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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
Entstehung
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Nochmals d. Besorgung preuß. Geschäfte durch d. Reich. 53

Grund, Gesandtschaften in Deutschland zu unterhalten;die eigentlichen Angelegenheiten, wie wir sie unter demNamenzweite Abteilung" im Ministerium begreifen, dasheißt der Schutz der Unterthanen, die Reklamationssachen,haben damals allerdings einen anderen Umfang gehabtals jetzt, aber doch keinen so bedeutenden, wie mit demaußerdeutschen Auslande, indem auch damals schon inDeutschland weite Gebiete, die so vielfach zu diploma-tischem Verkehr mit dem Auslande Anlaß geben, durchVerträge bereits derartig geregelt waren, daß sie durchKorrespondenz der den einzelnen Staaten angehörigenBehörden bearbeitet wurden. Ich brauche bloß an denZollverein zu erinnern, an die Auslieferungs- und Hei-matsverträge, an die Korrespondenz der Gerichte untersich mit den Requisitionen; kurz, es wurde das Gebietder diplomatischen Thätigkeit unserer in München undDresden akkreditierten Gesandten mannigfach beschränktauf allen anderen Gebieten, nur nicht in deni, was ihreHauptaufgabe war: die Verständigung über das Auf-treten am Bunde herbeizuführen und auf die einzelnenNegierungen und auf deren Stimmabgabe am Bunde ein-zuwirken. Wenn ich vorhin sagte, die Thätigkeit dieserGesandten ist jetzt eine wichtigere, so ist sie das in dem-selben Maße, in dem die Stimmabgaben unserer Bundes-genossen im Bundesrate heutzutage wichtiger sind, alsdamals im Bundestage, namentlich aber für Preußen.Die Vertreter der verbündeten deutschen Regierungensprechen heut mit über unser preußisches Wohl und Wehein allen Details der Gesetzgebung: es kann für uns vongroßer Wichtigkeit sein, die Zustimmung des einen oderdes anderen Staates im Bundesrate, um das Stimmver-hältnis herzustellen, zu gewinnen oder einen Widerstand,