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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Zur Münzfrage.

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thäte, so würden wir in Frieden nicht so weit gekommensein, wie wir gekommen sind. Wir Leute der Re-gierung haben nicht das Recht, beliebig nachunserer Ueberzeugung zu versahren, sondernwir müssen uns die Wirkungen vergegenwärtigen, diedie ausgesprochene Ueberzeugung auf die politischen Dingehat. Daß das System, nach dem wir verfahren sind,nicht ganz ohne Erfolg gewesen ist, wird Ihnen klarwerden, wenn Sie sich vergegenwärtigen, wo wir nochheute vor einem Jahr mit unfern Einheitsbestrebungenwaren. Wäre ich immer nach meiner persönlichenUeberzeugung gegangen, so würden wir vielleicht nochda stehen, wo wir vor einem Jahre standen. Ich habemancher meiner Ueberzeugungen nicht Ausdruck gegeben,und so haben wir erreicht, was wir erreicht haben. DieAufgabe haben wir uns auch im Bundesrat gestellt, nichtdurch theoretische Verfassungsfragen die Nachgiebigkeit,die der eine gegen die Ueberzeugung des andern hat unddie in Deutschland nie so sehr groß ist, auf die Probezu stellen. Wenn die übrigen Bundesregierungen er-leben, daß die preußische Regierung, nachdem man wochen-lang verhandelt, und nach schwieriger und sorgfältigerArbeit ein Kompromiß zu stände gebracht hat, von ihremAnteil an diesem Kompromiß, von ihrer Zusage durchdas Reichstagsvotum sich entbinden läßt, dann, ineineHerren, verliere ich das Vertrauen des Bundesrats, dessenich im Schoß des Bundesrats bedarf, um Kompromisseder Art zu stände zu bringen. (Hört! Hört!) Ich mußdaher gestehen, daß ich außer stände sein würde, wenndie Sache an den Bundesrnt zurückkäme, den übrigenNegierungen nicht Wort zu halten, und das Vertrauenauf das künftige Verhalten Preußens wiegt meines Er-