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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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46 Die Reichstagssession v. 16. Okt. bis 1. Dez. 1871.

und nicht des betreffenden Landesfürsten prägen zu lassen. Derwürttembergische Minister v. Mittnacht widersprach diesem An-träge, wie es früher schon die Bevollmächtigten für Bayern undSachsen gethan hatten. Er schloß:Das Bildnis des Kaisers undKönigs wird auf so vielen Münzen des größten deutschen Staatesglänzen, und es wird vor allem jedem deutschen Herzen so unaus-löschlich eingeprägt sein und bleiben, daß ich es beinahe klein findenmöchte, einen Gewinn darin erblicken zu wollen, daß man es aufallen deutschen Münzen findet."

Fürst Bismarck unterstützte diese Ausführungen:

Ich hoffe, meine Herren, daß die beredten Wortemeines württembergischen Herrn Kollegen Sie überzeugthaben, daß es nicht nützlich ist, den Antrag des HerrnGrafen v. Münster anzunehmen, und daß wenig Vorteiledabei für das Reich erwachsen würden, wenn wir indieser Beziehung das Kompromiß, welches zwischen denNegierungen stattgefunden hat, wieder aufheben. Wennich dennoch das Wort ergreife, so geschieht es, um beidieser Gelegenheit den Unterschied noch einmal hervorzu-heben, der Situation, in der Sie und in der wir ar-beiten. Wenn einer von Ihnen, meine Herren, eineUeberzeugung hat, sei sie auch mehr theoretischer alspraktischer Bedeutung, wie diese, welcher Graf MünsterAusdruck gegeben hat, so hält nichts ihn ab, aufzutretenund dieser Ueberzeugung in Gestalt eines Antrages prak-tische Geltung zu geben; die Folgen davon, wie viel sorg-fältig gesponnene Fäden dadurch zerreißen, sind ihm voll-kommen gleichgültig, und wenn er darauf aufmerksamgemacht wird von dieser Stelle, so ist er berechtigt, zuantworten: das geht mich nichts an, ich rede nach meinerUeberzeugung. Nun, meine Herren, ich habe auchpersönliche Ueberzeugungen und muß ihnensehr häufig Gewalt anthun, und wenn ich es nicht