Die Stellung der Botschafter und Gesandten. ZZ
Daß die Zahl der Posten, wie der letzte Herr Vorrednermeint, wesentlich vermindert werden kann, ob einzelne,wo die Geschäfte politisch weniger wichtiger erscheinen,ganz eingehen können, möchte ich kaum annehmen.
Die politische Wichtigkeit ist keine, die sich an dieOertlichkeit binden läßt. Es entstehen in einem Landeplötzlich Komplikationen, oder es kommt ein thätigerMinister oder Monarch plötzlich an die Spitze, der ausdem Land das Zentrum oder den Anknüpfungspunkt füreine Politik macht, die es wichtig erscheinen läßt, dortpolitisch vertreten zu sein. Schickt man nun erst einenVertreter hin, so fehlen ihm alle Fäden der Verbindung,auf denen allein der Einfluß und die Fähigkeit, sich zuorientieren, beruhen kann, und ich wüßte in der Thatnicht — der Herr Vorredner hat nicht präzisiert, welcheStellen ihm vorschwebten —, wo in Europa ich es würdeauf mich nehmen können, die diplomatische Vertretungganz eingehen zu lassen. Daneben die Konsularvertretungstärker zu accentuieren, als bisher, liegt auch, wie sichschon in der Praxis erkennbar macht, in dem Bestrebendes Auswärtigen Amtes. Unser Konsularetat ist ein ganzanderer geworden als bisher, und es ist möglich, daß ineinigen Ländern, wo wir bisher nur Handelsbeziehungenund wenig politische haben, schließlich das Konsulat zueiner Höhe herausgebildet werden kann, welche die Ge-sandtschaft entbehrlich macht. Das wird aber bloß eineVeränderung des Titels sein, und dem Konsul werdenmehr Etikettenfragen entgegenstehen, er wird nicht dieLeichtigkeit des Verkehrs haben, wie der Gesandte in der-selben Lage. Daß unseren Gesandten die Aufgabe ob-liegen wird, sich mehr als in früheren Zeiten derjenigenThätigkeit, desjenigen Gebiets anzunehmen, welches man
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