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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
Entstehung
Seite
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Die Stellung der Botschafter und Gesandten. ZI

teil an dem Orte, wo ich einen Botschafter nicht ernenne,wünschen, daß ein Gesandter auch die erste Rolle unterden Gesandten spielen kann und die Botschafter einiger-maßen effaciere. Ein solcher Gesandter wäre mir unterUmständen lieber als ein Botschafter.

In öffentlichen Blättern — und der letzte HerrRedner spielte darauf an — habe ich einigemale gelesenvon den Gefahren, welche in dem Privilegium der Bot-schafter lägen, mit dem Monarchen direkt und unmittel-bar jederzeit zu verkehren. Dies beruht auf einem Irrtum.Es hat ein Botschafter zum Monarchen nicht anders Zu-tritt, wie jeder Gesandte, und in keiner Weise das Rechtin Anspruch zu nehmen, mit dem Monarchen direkt, ohneVermittlung seiner Minister, zu verhandeln. Die Be-rechtigung, einen solchen Verkehr zu regeln, ist ganz aus-schließlich auf Seite des Monarchen, und deshalb möchteich bitten, diese Vorurteile gegen den Botschafter fallenzu lassen — oder uns doch etwas mehr Geld zu be-willigen, wenn Sie uns den Titel, den Rang, streichen.

Der Fortschritt in der Dotierung der einzelnen Stellen,bis wir das richtige Maß davon erlangt haben, kannmeines Erachtens nur ein langsamer und allmählichersein, und wenn wir nicht mehr, und für mehr Stellen,etwas gefordert haben, so wollen Sie darin nur die Ge-wissenhaftigkeit sehen, mit der wir verfahren. Es würdeauch den Zweck verfehlen, eine plötzliche große Erhöhungeintreten zu lassen. Es würden nicht in demselben Jahreschon alle Einrichtungen dieser Erhöhung entsprechenkönnen; es würde mehr eine Entschädigung für die Ver-gangenheit als eine Sicherung für die Zukunft sein. Abersteigen werden die Bedürfnisse gewiß noch, namentlich inden überseeischen Stellen. Die Teuerung ist dort mit