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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
Entstehung
Seite
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Zg Die Reichstagssession v. 16. Okt. bis 1. Dez. 1871.

Beispiel der Anspruch, daß, wenn der auswärtige Ministermit einem Gesandten in einer verabredeten Konferenz ist,und es wird ein Botschafter gemeldet, der auswärtigeMinister für verpflichtet gehalten wird, die Konferenz so-fort abzubrechen und den Botschafter zu empfangen. Wennein Gesandter vielleicht in dem Vorzimmer eines auswärtigenMinisters eine Stunde wartet, und es kommt in demAugenblick, wo er hereingerufen wird, ein Botschafter, sowird an den meisten Höfen, soviel mir bekannt ist, derBotschafter hereingelassen, der Gesandte kann noch längerwarten, oder kommt vielmehr an dem Tage gar nichtmehr an. Das alles sind kleine Demütigungen und Rei-bungen, die einfach durch den Titel abgeändert werden.Man kann sagen, wenn ein Gesandter das Gefühl seinerWürde hat, so läßt er sich das nicht gefallen, und ich binselbst in der Lage gewesen, mir das mit Erfolg abzuwehren(Heiterkeit), aber doch nicht ohne sehr erhebliche Span-nungen, die mit der Sache selbst in gar keinem Verhält-nis stehen und nicht ohne ein Einsetzen der Person ge-schehen können, was dicht an die Grenze desjenigen streift,was für einen amtlichen Vertreter eines großen Landeserlaubt ist. Also mau erreicht den Zweck einfacher da-durch, daß man diesen Titel gibt, der außerdem durchdie Ehrenbezeugungen, die ihm dafür gezollt werden,eher etwas erspart, möchte ich sagen, als größere Aus-gaben macht. Der Titel und die Nangansprüche, diedamit gegeben werden, können eher als ein Aequivalent,möchte ich sagen, wenn man es in Geld abschätzen will,einiger Tausend Thaler angesehen werden. Man kannsagen, die Vornehmheit, wenn mau sie überhaupt in Geldausdrücken kann, spart eher etwas, als daß der Titel unsnötige, an sich höher zu besolden. Ich würde im Gegen-