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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
Entstehung
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Jg Die Reichstagssession v. 16. Okt. bis 1. Dez. 1871.

lerem Durchschnitt der Bildung, unwillkürlich ein kleinwenig gefärbt von der Art, wie er gefunden hat, daßdas Land vertreten wird. Wer in weniger zivilisiertenLändern gelebt hat, wird die Geltung dieser Behauptungnoch in höherem Maße für richtig halten; da ist dasäußere Auftreten immerhin ein Teil der Förderung derInteressen, und selbst in den zivilisiertesten Nationen sinddie großen Massen, die sich mit unseren Schiffern in denKüstengegenden und auf dem Lande mit unseren kauf-männischen Interessen berühren, doch nicht von solcherBildung, daß sie frei bleiben von dem Eindruck des ge-sellschaftlichen Ansehens, das der Vertreter des DeutschenReiches in der Residenz des Auslandes genießt. DieFrage, ob jemand Botschafter oder Gesandter ist, hatmit der Sache an sich nicht so viel zu thun; ich will auchdarauf nicht ein so hohes Gewicht legen, es kommt viel-mehr auf die Mittel an, die er zur Disposition hat, umäußerlich würdig aufzutreten. Ein Gesandter mit 40 000 Tha-lern Gehalt in einem imposanten Hotel und mit einemstarken Privatvermögen ist mir bei gleicher Befähigunglieber, als ein Botschafter mit 30 000 Thalern Gehalt,der nicht im stände ist, nicht seinem Range gemäß, sondernder Größe und Würde des Deutschen Reiches gemäßsich äußerlich zu bewegen und zu zeigen. Ich gehe nichtdarauf ein, wie peinlich es für den Beteiligten ist,sich den kleinen Kränkungen der Rivalität und Eitelkeitpersönlich vielfach ausgesetzt zu sehen, um so peinlicher,wenn diese kleinen Empfindlichkeiten zugleich mit demGefühl verbunden sind, daß er sie in Vertretung seinesLandes und in amtlicher Eigenschaft erhält. Ich habeeinen Gesandten mit Recht sagen hören: als Privat-mann nehme ich den untersten Platz gern ein, der mir