250 Die erste Session des deutschen Reichstages.
ich habe nicht gehört, ob von einem Bautechniker genauereAngaben darüber gemacht sind — jedenfalls den Laufdieses Sommers zu überschreiten nicht nötig machen.Was die Kosten anlangt, so lassen sich diese allerdingsnicht genau übersehen; indessen kann ich nicht glauben,daß sie die Summe von 170 000 Thalern übersteigenwerden. Ich kenne die einzelnen Voranschläge nicht, obsie die Summe rechtfertigen. Mir liegt hier nur einAnhaltspunkt für die Zeit und die Kosten eines ähnlichenBauwerkes vor, welcher mir durch die Güte eines kaiserlichösterreichischen Beamten, des Baurats Zettl, zugegangen ist,der in einem Zeitraum von 6 Wochen und mit einemAufwande von 250 000 Gulden das dortige provisorischeParlamentshaus hergestellt hat. Die Summe wird un-gefähr dieselbe sein, 250 000 österreichische Gulden und170 000 Thaler werden sich annähernd decken, wenigstensist die Abweichung nicht so groß, um einen Anhalt zueinem Urteil, zur Verwerfung des einen oder des anderenSatzes zu bilden. Ich kann daher nur im Interesse derVertreter der verbündeten Regierungen und, wie ichglaube, auch im Interesse des Reichstages dringendbitten, diesen ausführbaren und, wie ich glaube, füreinige Jahre eine annehmbare provisorische Existenz dar-bietenden Bau durch den Reichstag zu sanktionieren.
Der Antrag der Kommission wurde mit großer Majoritätangenommen.
20. Schluß der Session.
15. Juni 1871.
Vor der Abstimmung über das Dotationsgesetz am 14. Junirichtete der Reichskanzler an den Präsidenten Simson die Frage: