Druckschrift 
5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
Entstehung
Seite
251
Einzelbild herunterladen
 

Schluß der Session.

251

Darf ich vielleicht vor dem Beginne des Namens-aufrufs zu einer geschäftlichen Mitteilung, die außerhalbdieser Sache liegt, das Wort nehmen?

Da ich nicht weiß, ob nach der namentlichen Ab-stimmung noch alle Herren gegenwärtig sein werden, so er-laube ich mir, jetzt die Mitteilung zu machen, daß ichhoffen darf, morgen in der Sitzung die amtliche Er-öffnung Sr. Majestät des Kaisers über den Schluß derSession machen zu können, und daß, wenn nicht unvor-hergesehene Hindernisse eintreten, und der Verlauf dermorgigen Sitzung nicht einen ändernden Einfluß auf dieAbsicht Sr. Majestät des Kaisers hat, der Schluß desReichstages wahrscheinlich auf morgen nachmittag 3 Uhrdurch die morgen zu erwartende Kaiserliche Botschaft an-gesetzt werden wird.

In dieser 57. Sitzung am 18. Juni sprach der Reichs-kanzler:

Ich beehre mich, dem Reichstage eine AllerhöchsteBotschaft Sr. Majestät des Kaisers mitzuteilen, welchelautet, wie folgt:

Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden deutscher Kaiser,König von Preußen, thun kund und fügen hiermit zuwissen, daß Wir beabsichtigen, gemäß Artikel 12 der Ver-fassungsurkunde des Deutschen Reiches die gegenwärtigenSitzungen des Reichstages am Donnerstag, den 15. d. M.,im Namen der verbündeten Regierungen zu schließen.Wir fordern demnach den Reichstag hierdurch auf, zudiesem Zwecke an dem gedachten Tage um 3 Uhr nach-mittags im Weißen Saale Unseres Residenzschlosses inBerlin zusammenzutreten.

Gegeben Berlin, den 14. Juni 1871.

Gezeichnet: Wilhelm,gegengezeichnet der Reichskanzler.