Druckschrift 
5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
Entstehung
Seite
231
Einzelbild herunterladen
 

Die Erwerbung von Elsaß-Lothringen. III.

231

es würd? in der That eine außerordentlich schwierigeArbeit sein, wir würden eine volle Jahressitzung mitIhnen in Anspruch nehmen müssen, wenn wir diese or-ganisatorischen, diese umwandelnden Gesetze mit Ihnenim Plenum vornehmen wollten. Also in Ihrem eigenenInteresse lassen Sie der Regierung etwas länger freieHand; wir würden Sie nicht aus Nachsucht, sondern mitBedauern zu langen und häufigen Sitzungen berufen(Heiterkeit), wenn wir genötigt wären, über alle dieseDetails, die dort geordnet werden müssen, parlamentarischzu verhandeln, wenn Sie uns nicht die Zeit lassen, siemit Besonnenheit zu erledigen, so daß wir entweder ge-nötigt sind, sie in der Zwischenzeit gar nicht zu erledigen,oder sie im Reichstage zu behandeln, oder sie mit einerHast zu entledigen, bei der das Interesse des Landesleidet.

Der Herr Vorredner hielt mir vor, daß ich dieseFragen — und ich schmeichle mir, ihn durch meine Wortejetzt überzeugt zu haben, daß es doch nicht reiner Eigen-sinn ist, wenn ich mich fest dafür einsetze — daß ichdiese Fragen zu erledigen gesucht hätte durch den Druckeiner Kabinettsfrage. Das trifft so ganz nicht zu, ichhabe nicht gesagt, wenn Sie so und so nicht votieren,will ich nicht mehr Bundeskanzler sein, — da habe ichdoch, ehe ich resigniere, noch andere Pflichten als diegegen das Elsaß und Lothringen allein in Erwägungzu ziehen, — ich habe nur gesagt, wenn die Aufgabe,die Mission, die hier irgend einem Menschen gegebenwerden soll, — es kann ja auch für Elsaß ein ver-antwortlicher Minister sein — so eingerichtet werdensoll, dann wünsche ich von ihrer Uebernahme dispen-siert zu sein, und man kann doch, ehe man ein Amt