Die Erwerbung von Elsaß-Lothringen. III. 229
harren, daß Sie den längeren Termin für 1874 fest-halten, was Ihnen namentlich dann uni so leichter seinwird, wenn wir es erreichen, schon vor diesem ZeitpunkteElsässer Abgeordnete in Ihrer Mitte zu haben, die jederBeschwerde gegen die angebliche Diktatur sofort hierAusdruck geben können, die alle ihre Klagen an diegrößte Glocke in Deutschland zu hängen im stände seinwerden. Alles, was von der Diktatur gefürchtet wird,und auch was der letzte Herr Redner Unheilvolles vonder Diktatur sagt, das trifft die Zeitfrage eigentlich garnicht, sondern nur die Frage: ob? Wenn alle Befürch-tungen richtig sind, müssen Sie die Diktatur gar nichtzulassen. Sie müssen dann heute schon die Sache in dieHand nehmen und auch nicht 24 Stunden uns das ge-fährliche Instrument der Gesetzgebung in der Hand lassen.Denn was für eine Menge von Gesetzen kann man nichtiil 24 Stunden in die Welt setzen! Mit einer Minutesouveräner Gesetzgebung kann man gerade so viel Unheilanrichten, wie in vier Jahren, aber, wie ich schon neulicherwähnte, sehr viel Gutes läßt sich in einer so kurzenZeit nicht stiften. Ich möchte also bitten, die Frageaus deni Gesichtspunkte ins Auge zu fassen, ob Sie nichtden Elsässern Schaden thun, wenn Sie zu früh mit demReichstagsregiment ein treten. Ich bin der Meinung,daß, wenn auch hier Elsässer Abgeordnete im Hausesäßen, dennoch einstweilen die Landesgesetzgebung in denHänden des Kaisers und Bundesrats immer noch aufein Jahr oder zwei verbleiben sollte, weil ein so künst-liches Netz von Kombinationen bei den Aenderungen,die beabsichtigt werden, erforderlich ist, daß das Ver-werfen eines einzigen Paragraphen bei einer parlamen-tarischen Diskussion das Ganze verschiebt. Die Viel-