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5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
Entstehung
Seite
228
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2Zg Die erste Session des deutschen Reichstages.

Handlung dieser Landesinteressen zu vertreten. Ich er-warte kein Heil von einer dauernden Einrichtung, diedem Reichstage das Detail der Landesgesetzgebung über-tragen soll, und würve es nebenher als eine große Un-gerechtigkeit und Nechtsbeeinträchtigung der Elsässer be-trachten, daß, während alle übrigen deutschen Stämmeden erheblichen Teil ihrer Angelegenheiten, den die Reichs-verfassung nicht berührt, selbständig behandeln, sie alleindavon ausgeschlossen sein sollten, und in stärkerer Weiseund von Abgeordneten, die sie ihrerseits nicht gewählthaben, bevormundet werden, als dies bei andern derFall ist; es würde dies eine Verschiedenheit der Behand-lung der verschiedenen Stämme sein, welche gerade dort,wo das Ehrgefühl recht empfindlich ist, reizen und un-angenehm berühren würde. Nun ist es vielleicht eineUeberhebung oder eine Ueberschätzung, aber es ist meineAnsicht — ich würde mich gern durch den Erfolg wider-legen lassen — aber ich glaube, daß einstweilen wir, dieRegierung, dieses jüngste Kind der deutschen Familiesorgfältiger und schonender behandeln würden als dieNeichstagsmajorität. Es wird sich ja, sei es nach 1873 ,sei es nach 1874 , ermessen lassen, ob diese Befürchtungrichtig ist. Es ist die Sorge vor Störung der kaumbeginnenden Kristallisation deutscher Sympathien, die michveranlaßt, die Geschäfte noch möglichst lange ungestörtin der Hand behalten zu wollen; behandeln Sie die neuerworbenen Landesteile mit einer, ich will nicht sagenmütterlicheren, aber väterlicheren Sorgfalt und Schonung,als wir, so würde ich mich freuen, wenn die Ablösungeintritt, daß dies geschieht; aber ich fürchte einstweilen,daß es nicht geschieht, und ich möchte deshalb lediglichim Interesse der Länder selbst bei dem Wunsche ver-