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5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
Entstehung
Seite
159
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Der Antr. Schulze-Delitzsch weg. Diäten u. Neisek. d. Atzst. z gg

weiter auszulassen, nur so viel versichere ich, daß meineMeinung von der Unannehmbarkeit des Antrages fürdie Negierung dieselbe geblieben ist.

Der Herr Vorredner (Abg. Volk) sagte, er fändeeine Inkonsequenz darin, wenn man ans dem Wege desallgemeinen Stimmrechts nur bis zu der oiätenlosen Wahlginge, er hielle den Weg erst für vollständig zurückgelegt,wenn man durch die Gewährung der Diäten einen jeden,auch den Bedürftigsten, in die Lage setzte, an der Volks-vertretung teilzunehmen. Ich sehe das für keinen schla-genden Grund an. Jede Konsequenz hat ihre Grenzen.Die Regierungen sind eben bisher nicht entschlossen;sagen Sie immerhin, sie wagen es nicht; denn es ist eintrauriger Mut, auf die Gefahr des öffentlichen Wohleshin etwas zu wagen — also sagen wir immerhin, siewagen es nicht, in diesem Augenblick so weit zu gehen.Man kann, nicht jeden Weg bis ans Ende gehen, manhat seinen Punkt, auf dem man Halt machen will, undwo man sagt, hier will ich jetzt nicht weiter vorgehen,sondern abwarten, wie sich die Sache gestaltet.

Ich wollte nur ein Wort noch über das Korrektivfür eine diätenlose Versammlung sagen, welches der HerrAbg. Windthorst und der Herr Abg. Graf Münster inder Gestalt eines Zweikammersystems finden. Ich mußzu meinem Bedauern sagen — und ich gebe damit nichtjetzt, sondern ich habe früher schon Ueberzeugungen auf-gegeben, die denen verwandt waren, und nicht ohne Be-dauern —: die politische Erfahrung hat mich überzeugt,daß solche Versammlungen, wie der Herr Vorrednerrichtig nussührte, den Zweck, ein Gegengeivicht und einenSchutz zu gewähren gegen die Gefahren, die das all-gemeine Stimmrecht in seiner vollsten Ausbeutung in