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5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
Entstehung
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160
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1s,g Die erste Session des deutschen Reichstages.

sich bergen kann, nicht erfüllen können. Ich gehöre jaselbst einer solchen Versammlung, dem preußischen Herren-hause, an, und Sie werden deshalb nicht von mir ver-langen, daß ich contra »lonrnm spreche; aber ich habekeinen Glauben an die Stärke dieses Gegengewichts inden jetzigen Zeiten; wenn eine frisch durch Wahlen legi-timierte, den Anspruch einer Vertretung des gesamtenVolks in sich tragende Versammlung das Gegenteil votiert,dann brauche ich ein schwereres Gegengewicht. Dashaben wir im Bundesrate. Ich weiß nicht, was dieHerren bewegt, den Bundesrat in den gesetzgebendenFaktoren nicht mitzuzählen; die Verfassung weist ihm dievolle Gleichberechtigung an, und wenn ich sage, er wiegtschwerer als ein gewöhnliches erstes Haus, so ist das,weil er zugleich ein Staatenhaus im vollsten Sinne desWortes ist, in viel berechtigterem Sinne, als was mangewöhnlich Staatenhaus nennt, was z. B. in der Er-furter Verfassung Staatenhaus genannt wurde. Dortstimmte im Staatenhause nicht der Staat, sondern dasIndividuum ab; es war jemand ernannt worden — ichweiß nicht, ob auf Lebenszeit oder auf limitierte Dauer— aber ich erinnere mich genau, er stimmte nicht nachInstruktionen, sondern nach seiner Ueberzeugung ab. Soleicht wiegen die Stimmen im Bundesrate nicht; dastimmt nicht der Freiherr v. Friesen, sondern das König-reich Sachsen stimmt durch ihn; nach seiner Instruktiongibt er ein Votum ab, das sorgfältig destilliert ist ausall den Kräften, die zum öffentlichen Leben in SachsenMitwirken; in dem Votum ist die Diagonale aller derKräfte enthalten, die in Sachsen thätig sind, um dasStaatswesen zu bilden; es ist das Votum der sächsischenKrone, modifiziert durch die Einflüsse der sächsischen