142 Die erste Session des deutschen Reichstags.
steht. Die Schwierigkeiten, die sich bieten, gehen hervor,wie ich schon erwähnte, aus der Unsicherheit über dasMaß der Rücksicht, welches man der einen oder deranderen Seite des Bedürfnisses gewähren soll. Es ist jawünschenswert, daß die Sache groß und schön, daß siewürdig ansfällt; aber je größer und schöner, desto späterwird sie ins Werk gesetzt, desto länger ist die Bauzeit,desto längere Zeit wird nötig sein, um die Verständigungzwischen den staatsrechtlich beteiligten Faktoren undzwischen den Künstlern und Bautechnikern, die man ohneZweifel wird hören müssen, herbeiznführen. Ich bemerkedabei, daß die Regierungen, soviel ich mir ein Urteilüber ihre Aussichten vorweg gestatten darf, bereit seinwerden, ans ganz Deutschland die kompetenten Stimmenzu hören, sich keiner Art von Einseitigkeit in dieser Be-ziehung hinzugeben, und ich habe gehört, daß wir, wieich hoffe, in der Lage sein werden, Vorarbeiten, die indieser Richtung in großem Umfange, und, wie ich glaube,mit großer Sachkunde in Oesterreich stattgefunden haben,durch die Gefälligkeit der benachbarten kaiserlichen Re-gierung auch für unsere Zwecke benutzen zu können unddadurch unseren Ermittlungen eine Grundlage zu geben.Ich beabsichtige in dieser Richtung ein Gesuch an diekaiserlich österreichische Regierung zu richten.
Eine andere Seite ist die Frage: soll den geschäft-lichen oder soll den ornamentalen Rücksichten mehr gefolgtwerden. Ich habe in meiner Stellung natürlich eineVorliebe für die geschäftlichen Rücksichten (Sehr richtig!);indessen das kann ja nicht maßgebend sein: die einzelnePersönlichkeit ist vorübergehend, und die Einrichtungbleibt. Die Art des Baues, die beabsichtigt wird, unddie ich im Definitivum auch für wünschenswert halte.