Die Kompetenzen u. d. Zusammensetzung d. Bundesrats. 191
werden — mit denen ich die Verantwortung zu teilenhätte, zu vermehren und dadurch die Arbeit zu ver-mehren, die in der That nicht klein ist, wenn es sich darumhandelt, zwischen acht Ministern, die ehrlich an ihrerUeberzeuguug hängen, eine Uebereinstimmung herzustellen.Sollte ich noch mit andern zur Kontrasignatur berech-tigten Beamten eines andern Ministeriums die Verant-wortung teilen, so würde mir das zu viel. Der HerrVorredner hat ferner mir zwar schmeichelhaftes Ver-trauen für die auswärtige Politik, aber gemäßigtes Miß-trauen in Bezug auf meine Vorliebe für die Entwickelungder Volksfreiheit ausgesprochen. Er thut mir, glaubeich, in letzter Beziehung Unrecht. Ich habe niemalsin meinem Leben gesagt, daß ich der Volks-freiheit mich feindlich entgegenstellte, sondernnur gesagt und natürlich unter der Vorallssetzung „rebussie stantibus": meine Interessen an den aus-wärtigen Angelegenheiten sind nicht nurstärker, sondern zur Zeit allein maßgebendund fortreißend, so daß ich, soviel ich kann,jedes Hindernis durchbreche, welches mir imWege steht, um zu dem Ziele zu gelangen,welches, wie ich glaube, zum Wohle des Vater-landes erreicht werden muß. Das schließt nichtaus, daß auch ich die Ueberzeuguug des Herrn Vor-redners teile, daß, den höchsten Grad von Freiheit desVolkes, des Individuums, der mit der Sicherheit undgemeinsamen Wohlfahrt des Staates verträglich ist, jeder-zeit zu erstreben, die Pflicht jeder ehrlichen Regierungist. (Bravo!)
Der Inhalt einer Rede des Mg. Miguel ergibt sich aus dernachstehenden Widerlegung des Grafen Bismarck: