198 Der Abg. v. Bismarck-Schönhausen 1847—1852.
Teile Deutschlands einander in Waffen gegenüber, derenMachtverschiedenheit nicht in dem Grade bedeutend ist,daß nicht eine Parteinahme auf einer Seite, auch voneiner geringeren Macht, als Rußland und Frankreich,ein entscheidendes Gewicht in die Wagschale legen könnte,und ich begreife nicht, mit welchem Recht jemand, derein solches Verhältnis selbst herbeiführen will, sich dar-über beklagen darf, daß der Schwerpunkt der Entschei-dung unter solchen Umständen nach dem Auslande fällt.Es ist mathematisch notwendig, und er trägt selbst dieSchuld. Wenn ich vorher von dieser Tribüne Oester-reich als Ausland und, wenn ich nicht irre, als ver-wegenes Ausland habe bezeichnen hören, so möchte ichfragen, mit welchem Rechte Sie behaupten, daß Hessenoder Holstein uns nicht für Ausland gelte, wenn SieOesterreich als Ausland behandeln, das mit demselbenRechte zu Deutschland gehört? Ich hatte geglaubt, dieUnion, welche ich außerhalb dieser Kammer und bis ichwieder nach Berlin kam, von niemand anders als miteinem leisen Anflug von Heiterkeit habe nennen hören, wieeine Jugendphantasie, deren man sich mit dem angeneh-men Gefühle erinnert, .daß sie glücklicherweise ohne übleFolgen geblieben ist, diese Union, glaubte ich, wäre mitihrem Träger gefallen. Der Träger der Union, derSchöpfer dieser Verfassung vom 26 . Mai, Herr von Ra-dowitz, ist aus dem Ministerium getreten, meiner Auf-fassung nach deshalb, weil das Ministerium das frühere,als verkehrt erkannte System, das System Radowitz,hatte fallen lassen- Ich will den nicht Anwesenden hiernicht angreifen, ich würde es aber gern gesehen haben,wenn Herr von Radowitz mir jetzt wie vor einem Jahregegenübersäße. Ich bin überzeugt, er hat das Beste