5Z Der Abfl. v. Bismarck-Schönhausen >847—1852.
de», während es mir scheint, das; der -völlig die Rebellenamnestiert habe. (Aufregung auf der Linkem Ruse:Rebellen?) Ja, meine Herren, Rebellen. Es wird da-durch im Volke die Meinung verbreitet, als ob dasganze Staatsrecht auf der Barrikade beruhe, als ob einjeder, dem ein Gesetz mißfällt, oder der es für ungerechthält, das Recht habe, dies Gesetz als nicht vorhandenzu betrachten; als ob ein jeder, dem es gelingt, einebinreichende Anzahl von Individuen, bewaffnet oderunbewaffnet, zu sammeln, hinreichend eine schwache.Re-gierung einzuschüchteru und ihr zu imponieren, oderwenn sie sich nicht einschüchtern läßt, sie durch Barri-kaden über den Haufen zu werfen, vollkommen im Rechtewäre. — Mein dritter Grund, weswegen ich gegen dieAmnestie bin, ist ein bei den Beratungen in den Ab-teilungen bereits genannter, nämlich die Menschlichkeit.Der Prinzipienstreit, welcher in diesem Jahre Europain seinen Grundfesten erschütterte, ist ein solcher, dersich nicht vermitteln läßt. Die Prinzipien beruhen ansentgegengesetzten Grundlagen, die sich von Hause anseinander allsschließen. Das eine zieht seine Rechtsgnelleangeblich ans dem Volkswillen, in Wahrheit aber ausdein Faustrecht der Barrikaden. Das andre gründet sichans eine voll Gott eingesetzte Obrigkeit, auf eine Obrigkeitvoll Gottes Gnaden und sucht seine Entwickelung in derorganischen Anknüpfung an den verfassungsmäßig be-stehenden Rechtszustand. Dem einen dieser Prinzips sindAufrührer jeder Art heldenmütige Vorkämpfer für Wahr-heit, Freiheit und Recht, dem andern sind sie Rebellen,die unter Umständen allerdings durch die Amnestie gegenden Arm der weltlichen Gerechtigkeit geschützt werdenkönnen. Ueber diese Prinzipien wird nicht durch die