go Der Mg. v. Bismarck-Schönhansen 1847—1852.
der diese Erzählung vertrug, gestern machte, schmerzlichwar und mit deu vaterländischen Gefühlen, welche ihngewöhnlich beleben, nicht im Einklang zu stehen scheint.Er sagte, es wäre schon genug, wenn schon ein einzigesMenschenleben vergebens geblutet hätte. Nun kann ichnicht glauben, daß ein Blut vergebens geflossen ist, welchesfür die deutsche Freiheit floß, und bisher steht die Frei-heit Deutschlands nicht so niedrig im Preise, daß esnicht der Mühe lohnte, dafür zu sterben, auch wennman keine Emanzipation der Juden damit erreicht.Ferner haben mehrere Redner wieder auf das nach-ahmnng-öwerte Beispiel von England und Frankreichverwiesen. Diese Frage hat dort weniger Wichtigkeit,weil die Juden nicht so zahlreich sind wie hier. Ichmöchte aber den Herren, die so gern ihre Ideale jenseitsder Vogesen suchen, eins zur Richtschnur empfehlen, wasden Engländer und Franzosen auszeichnet: das ist dasstolze Gefühl der Nationalehre, welches sich nicht soleicht und so häufig dazu hergibt, nachahmungswerte undbewunderte Vorbilder im Auslande zu suchen, wie eshier bei uns geschieht! (Vereinzeltes Bravo!)
Die Rede des Abgeordneten v. Bismarck stieß sofort bei denGegnern auf den lebhaftesten Widerspruch. Der Abgeordnete vonVincke betonte, persönliche Sympathien für die Juden hege aucher nicht; dem Abgeordneten v. Beckerath mar es interessant, „denengen, mittelalterlichen Geist, dessen er gedacht, leibhaftig erscheinenzu sehen." Derselbe Redner kam auf den im Befreiungskriege ge-fallenen jüdischen Freiwilligen zurück und führte aus, er halte esallerdings für tragisch, wenn ein Menschenleben geopfert und derZweck des Opfers nicht erreicht würde. Darauf antwortete Ab-geordneter v. Bismarck:
Es ist mir nicht erinnerlich, davon gesprochen zuhaben, daß es erlaubt sei, das Opfer eines fremdenMenschenlebens für andre Zwecke als die des Vater-