Zur Judenfrage.
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landes in Anspruch zu nehmen. Ich habe nur demVaterlands und nicht der Emanzipation dieses Opfer alseines vindiziert, welches ich für so notwendig halte, daßich es nicht einmal sehr hoch anschlage. Im Gegenteil,die Abwesenheit der Fähigkeit, dieses Opfer dem Bater-lande ohne Nebenzwecke zu bringen, ist nur ein wesent-licher Fehler an jedem Alaune und namentlich an jedemDeutschen! Wenn das eine mittelalterliche Ansicht ist, sobekenne ich mich dazu.
Der Ausdruck unsres Redners, er habe gewisse mittelalterlicheNorurteile mit der Muttermilch eingesogen, wurde im Laufe dieserDebatten häufig, besonders von dem landständischen AbgeordnetenKrause für Schlesien herangezogen. Am 18. Juni erbat sich derAbgeordnete v. Bismarck das Wort zur persönlichen Bemerkung:
Der verehrte Redner ist znm drittenmal ans demetwas müde gerittenen Pferde auf mich eingesprengt,welches vorn Mittelalter und hinten Muttermilch heißt.Gestern hatte ich ihn nicht verstanden, heute aber habeich mich überzeugt, daß er mich vorgestern nicht verstan-den hat. Ich erkläre ihm daher mit Bezug ans dasMittelalter, daß ich mich bisweilen der Figur der Ironiebediene; es ist dies eine Redefigur, mit welcher maunicht immer das sagen will, was die Worte buchstäblichbedeuten, mitunter sogar das Gegenteil. Was den Aus-druck Muttermilch betrifft, so räume ich gern ein, daßich im Feuer der Rede nicht immer die Eleganz desAusdruckes erreiche, welche die Reden des Abgeordnetender schlesischen Landgemeinden charakterisiert.
Der Gesetzentwurf, die Verhältnisse der Juden betreffend, wurdevom Vereinigten Landtage abgelehnt. Das bezügliche „Konklusnm"der Kurie der drei Stände wurde von dem Abg. Sperling, Ver-treter der Stadtgemeinden der Provinz Preußen, abgefaßt und inder Sitzung vom 25. Juni verlesen. In der vorangeschickten all-gemeinen Einleitung stand die Bemerkung, daß die vollständige