xxvm.
Der Absolutismus iu der Religion, in der Rolitikund in der Rädagogik.
i.
Es ist lehrreich und interessant, die Regiernngs- oder Staats-fvrmen mit den Religionen zu vergleichen.
Es giebt absolute Staatsformen und absolute Religionen,und es giebt nicht-absolute oder repräsentative oder fortschreitendeoder vernünftige Staatsformen und Religionen. Des letzterenPrädikates wollen mir uns enthalten, um das Gehässige, was indein Gegenteil des Vernünftigen, d. h. im Unvernünftigen liegt,zu vermeiden. Statt desselben sagen wir lieber Vernunft-Religion.
Absolut ist alles das, was unbedingte, unabänderliche Gültig-keit hat, ist derjenige, welcher unbedingten Gehorsam fordert.
Der Wille einer absoluten Regierung gilt unbedingt, erwird durch nichts beschränkt oder bedingt.
Die absolute Religion ruht auf unabänderlichen Dogmen.Es ist nicht notwendig, aber Regel, daß dieselbe von Gott ab-geleitet, d. h. für geosfeubart, für den Menschen gegeben er-achtet wird. Ein aus der Menschenveruunft entsprungener Lehr-satz ist mit der Vernunft und Einsicht möglicherweise der Ent-wickelung und Veränderung unterworfen, auf ihn läßt sich daherkeine absolute Religion gründen.
Alles Gleichartige zieht sich au, ist miteinander verwandt.
Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Aufl. II. 24