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2 (1890)
Entstehung
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vorzugsweise oder vielleicht ausschließlich zu Vorstehern derSeminare. Was für eine Vorstellung haben Männer diesesGlaubens oder Wahnes von unfern Theologen, von unfernSeminaren, von den Bedürfnissen der Schule, von dem Wesender Volks- und Lehrerbildung gehabt! Mau möchte vor Staunenverstummen, wenn das Gemüt nicht zugleich mit Wehmut oderselbst Bitterkeit erfüllt würde!

Unsere Theologen, evangelische wie katholische Geistliche, auf-erzogen in lateinischen und griechischen Schulen, gebildet aufUniversitäten (oder in Klerikal-Seminarien) durch öffentliche Vor-lesungen und stilles Studium, irgend einem positiven Glaubens-bekenntnis ausschließlich augehörig und alle anderen für irrigerklärend, mit dem Glauben an die Offenbarung durch höhereAutorität ohne Zuthun der Menschen die Religion, und nachdieser höchsten Analogie mehr oder weniger alles andere inpositiv-dogmatischer Weise vorlehrend und andozierend, mit derVorstellung von der Verdorbenheit der menschlichen Natur, mitWiderwillen erfüllt gegen den Gedanken einer naturgemäßen,freien Entwickelung und Entfaltung von innen heraus, herkömm-licher Weise von natürlicher Zuneigung zu sogenannter Wissen-schaft und ihren ausschließlichen Trägern, den Litteraten, beseelt,und mehr oder weniger abgeneigt den: Versenken ins einzelnedeselementaren Krames" und seinerMinutien" male sich,wem es beliebt, den geistigen Standpunkt, Gemüts- und Seelen-zustand, die Erziehung und Gewohnheit, den Umgang, die Denk-weise, die Zu- und Abeignuug der Mehrzahl (es hat Ausnahmengegeben) unserer Geistlichen oder Priester aus, derselbe vergegen-wärtige sich dann das Wesen und Bedürfnis eines Seminars,wie es sein soll; wer das thut, dem wird es begreiflich werden,daß in manchem Seminar Dinge vorgekommen sind, die anMärchen und Fabeln grenzen, und daß die ganze Welt der Lehrernach Umgestaltung der Seminare aufschreiet. Möchten aufdiesen Wunsch beschränke ich mich solche grobe, im Interesseder Sache muß man sagen, entsetzliche Verirrungen nicht wiederVorkommen!

Aus dem allem folgt nicht, daß man die Theologen aus-