Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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Land wollten oder nicht mehr dahin paßten, so widerlegt diesesdie Erfahrung, wenn in der Anstalt keine verzerrenden oder ver-bildenden Momente zugelassen werden.

Auch muß der Umzug des ursprünglichen Landschullehrersnach der Stadt und umgekehrt zu jeder Zeit ohne alle Schwierig-keit stattfindeu köuuen.

Der Errichtung von Bildungsanstalten für Lehrerinnenund Erzieherinnen in allen Provinzen wird dagegen jederdas Wort reden, welcher die Wichtigkeit einer guten Erziehungin einzelnen Familien, die Ersprießlichkeit der Beteiligung vonFrauenkräfteu an Mädchenschulen und die Lage vieler Mädchenaus guten Familien, welche aus dein unverheirateten Standeherauszutreten keine Gelegenheit, wohl aber die edle Neigunghaben, die genossene gute Erziehung auf jüngere Mädchen zu ver-pflanzen, aus eigener Anschauung und Beobachtung kennen zulernen, Gelegenheit gehabt hat. Solche Anstalten, mit Mädchen-schulen verbunden, zweckmäßig eingerichtet und gut geleitet, sindwahre Humanitätsanstalten, sowohl für die zu Erziehenden alsdie Erzieherinnen selbst.

L. Ziel der Lehrerbildung.

Das Ziel der Lehrerbildung steht fest: mau will tüchtigeLehrer haben. Aber die Stelle oder der Ort dieses Zieles,das Wieweit, was und wieviel zur Tüchtigkeit eines an-gehenden Lehrers gehört, das steht nicht fest, sondern wechseltmit den steigenden Anforderungen an die Bildung der Nation.Für den Augenblick gelten diese Thatsachen: Die bisherigeBildung der Lehrer reicht für die Gegenwart nicht mehr aus;selbst die Lehrer sind (so viel ich weiß, ohne Ausnahme) mitihrer Bildung nicht mehr zufrieden, sie verlangen dringendstunisono eine gediegenere Bildung. Keine Erscheinung unter denLehrern ist erfreulicher als diese. Allgemein wird es gefühlt,nicht bloß um der Hebung des ganzen Standes, sondern auchum die höheren Anforderungen der Nation an die Bildung derJugend befriedigen zu köuuen, bedarf es einer gründlicherenBildung. Für eine hochstehende Staatsbehörde hat keine Ge-