Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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dies erkennt und das Rechte dabei denkt, was aber ohne prak-tisches Erleben und Selbsterfahrung nicht möglich ist, wird nichtweiter behaupten, daß ein anderer Stand, dem die dazu erforder-liche Technik, oft sogar die Kenntnis jener Zwecke, der dazubrauchbaren Mittel und, was die Hauptsache ist, die Art der Ver-wendung und Anwendung dieser Mittel unbekannt ist, in keinen:

Fall aber eine Meisterschaft darin besitzt, wie sie von dem leiten-den Führer gefordert werden muß, noch ferner die jetzige Schuleund ihre Lehrer in der förderlichen, befriedigenden Weise, welchedas öffentliche Interesse in Anspruch nimmt, anregen, befruchtenund ihre Leistungen steigern könne. Es ist das rein unmöglich,wird täglich unmöglicher. Diese Unmöglichkeit tritt nur da nichthervor, wo die Lehrer in altem Schlendrian fortarbeiten, oderwo ein einzelner Schulinspektor wirklich der, was nicht zu ver-kennen ist, schweren Aufgabe genügt, nachdem er früher als Lehrerselbst in der Schule den praktischen Dienst erlernt hatte. Für- 'wahr, ich bin nicht gewillt, den kleinsten Schritt zu thun, derdie thätige Teilnahme der Geistlichen an der Förderung des Schul-wesens im kleinsten vermindern könnte; aber sie selbst müssen eseinsehen, daß sie im großen und ganzen der zu lösenden Aufgabenicht mehr gewachsen sind. Diese Einsicht ehret sie, und wirdeinst der Schule, d. h. dem öffentlichen Volksunterricht, zu gutekommen. Gebe es Gott, bald! Die zu Vorgesetzten der Lehrerund ihren Fortbildnern zu berufenden Männer können, der Naturder Sache nach, keine anderen sein, als erprobte praktische Lehrer analog dem Verfahren in allen anderen Ständen und Berufs-arten. Nachgerade wird die, früheren Zuständen der Volksschuleund des Lebens entsprechende Organisation des Schulwesens eineAbnormität, weil sie der fortschreitenden Schule nur immerweniger entsprechen kann. Derjenige Staat wird dem Schul-wesen einen neuen belebenden Schwung erteilen, welcher die not-wendige Abhilfe in zweckmäßiger Weise gewährt. Hier alsobringe ich eine neue Berufsbildungsweife, eine Art von fort-gesetzter Bildung iroo, in Antrag und komme so aus das all-gemeine Thema dieses Aufsatzes wieder zurück. Die nahe Ver-bindung desselben mit dem konfessionellen Religionsunterrichtwird selbst dem oberflächlichen Blicke nicht entgehen. Dieser