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2 (1890)
Entstehung
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seiner Entwickelung mit jenem an; mit dem Gemüt verhält essich anders, es muß mit der allgemeinen Liebe beginnen, wie esauch, Gott sei Dank (und darin hat zu allen Zeiten bei derHerrschaft ungeheurer Verkehrtheiten in der Erziehung ein realerTrost gelegen), alle naturfrischen, unverschrobenen, gesunden Kin-der machen, indem sie ihre Kameradschaften nicht nach demKatechismus oder dem kirchlichen Ritus, nur nach der Harmonieder Kindesnaturen zu bestimmen pflegen.

Unsere Betrachtung ist eine allgemeine. Alles, was derMensch im Unterschiede von anderen werden und bleiben,wenn er diesen oder jenen Stand ergreifen, Mitglied dieser oderjener Kirchengemeinschaft werden und sein will, kann und darf,weil die Bestimmung dazu, wenn Wahrheit in ihr liegen soll,nicht eine Wirkung seiner allgemeinen Menschennatur, sondernseiner individuellen Naturbestimmtheit ist, nur vonihm selbst, nur von seiner eigenen freien Wahl abhängen, erdarf dazu nicht von anderen bestimmt werden. Eigene freieWahl setzt aber Selbstkenntnis, Kenntnis der Verschiedenheit derDinge und Zustände und folglich Verstandesreife voraus,welche daher in allen Fällen abge wartet werden muß. Jedeunfreiwillige, von anderen veranlaßte Bestimmung dieser Artführt die Gefahr herbei, daß der Betreffende oder Betroffene,herangereift und geistig mündig geworden, ein verfehltes Lebenvor sich sieht zum bleibenden Unglück sowohl für ihn selbst,wie für die Geineinschaft, in welcher er lebt. Der Übergang zueinem andern, seiner Natur mehr zusagenden Lebensberufe nachden eigentlichen Jahren der Bildung ist in der Regel ebensowenig voii heilsamen Folgen begleitet, als der Wechsel desreligiösen Glaubens und der Kirchengemeinschaft. Innere Un-zufriedenheit, Zerfallenheit mit sich und mit der Welt, oder apa-thische Gleichgültigkeit sind die gewöhnlichen Resultate des frühererlittenen Zwanges. Es giebt in einzelnen Fällen Entschuldigungs-gründe für dieses Treiben, nimmermehr aber lassen sich allgemeineMaßregeln und Gewohnheiten dieser Art rechtfertigen. Nament-lich ist nichts entehrender und entwürdigender, als die früheNötigung zur Ablegung eines religiösen Bekenntnisses. Kon-fession ist Darlegung dessen, was ineine innerste Überzeugung ge-ig*