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2 (1890)
Entstehung
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Standes-, z. B. Adelsschulen (wie die in Bedburg), welche andie Stelle allgemeiner Bildungsanstalten zu treten sich anmaßen,schlagen auch in der öffentlichen Meinung keine Wurzel inehr.Die Pädagogik verwirft auch die religiöse Bildung ml lloo,erklärt sie für die gefährlichste Art der Verbildung, so sehr auchdie Praxis bis ciato dagegen, d. h. für sie ist. Die Pädagogikverlangt:

1) Der junge Mensch soll, weil in ihm der Mensch erzogenwerden soll, zur Einheit und Gemeinschaft mit den Menschenerzogen werden, also nicht zu den Unterschieden, Differenzenund Streitpunkten;

2) an ihn soll nicht absichtlich und prinzipiell und vorab das-jenige, was nur einige für wahr halten, sondern das, wasvon allen für wahr gehalten wird, das Allgemein-Gültige,das Allgemein-Akenschlich-Wahre gebracht werden;

3) das Allgemeine (nicht zu verwechseln, wie es noch so oftgeschieht, mit dem Abstrakten) muß dein Speziellen vorher-gehen; jenes, nicht dieses, ist das Fundament, der Gegen-stand des allgemeinen Schulunterrichts;

4) zum Spezielleil, Ausgeprägteil, Determinierten, im Berufivie in der Überzeugung, kann und darf sich der gereisteoder reifeilde Mensch frei entschließen, aber er darf als Un-reifer, Unmündiger, dazu nicht von anderen determiniertwerden.

Aus diesen Sätzen folgt nach meiner Meinung, daß derkonfessionell-dogmatische Religionsunterricht aus den Schulen, ansallen Schuleil, denn in allen hat man es mit unreifen Men-schen zu thuil, zu entfernen sei.

Nebengründe, aber wichtig genug, welche diese Ansicht unter-stützen, sind:

a. Nur unter Voraussetzling der Befolgung dieser Forderungsind Gemeindeschulen, Schulen der bürgerlichen (nicht-konfessio-nellen) Gemeinden möglich, in welchen die Kinder, nicht getrenntnach deil Konfessionen der Eltern, neben einander sitzen, und da-durch allein mehr Humanität lernen, als durch alle Belehrung,indem sie in dem Kameraden nur den kleinen Menschen, nicht

Diesterweg, Ausgem. Schriften. 2. Aufl. II. 19