255
heraus das letztere bestimmen, glauben sie jenes bestimmt zuhaben. Daher die Einseitigkeit oder Schiefheit ihrer Positionen.
9. Die Schule muß aber nicht unmittelbar auf die Kirche,sondern aus das Leben bezogen werden, nur insofern ans dieKirche, als sie (die Schule) an einer Funktion der Kirche teil-nimmt.
10. Steht das Verhältnis der Kirche zum Leben nicht fest,oder ist dasselbe schief, so entsteht für die ans die Kirche bezogeneSchule in jenem Falle schwankende Unbestimmtheit in diesem —-Schiefheit.
11. Eine der Aufgaben der Schule ist die Grundlegungund Entwickelung des religiösen Sinnes und Bewußtseins; aberes ist nur eine der Aufgaben der Schule.
12. Folglich steht zwar die Schule in keinem Verhältniszur Kirche; dieses eine aber für das Ganze zu nehmen, nachdiesem einen — alles bestimmen zu lassen, ist jedenfalls einegroße Einseitigkeit.
13. Folglich steht zu erwarten, daß das rechte Verhältnisder Schule (ihre rechte Stellung, Lage u. s. w.) durch die ein-seitige Beurteilung aus dem kirchlich theologischen Standpunktenicht gefunden werde. Die Vertreter der Kirche, die Geistlichenmögen an der Beratung über die Stellung der Schule Anteilnehmen (als Schul-Laien, sowie Lehrer als Kirchen-Laien zu Beratungen über kirchliche Angelegenheiten zugezogenwerden sollen); aber ein in letzter Instanz entscheidendesVotum kann ihnen nicht gestattet werden. Ebensowenig als dieVerhältnisse der Kirche blaß van Geistlichen, sondern hauptsächlichvon den Gemeinden, zu bestimmen sind, ebensowenig sollen dieVerhältnisse der Schule ausschließlich von den Lehrern festgestelltwerden; aber man soll auch sie hören. Was würden dieGeistlichen sagen, wenn inan sie von der Beratung über kirchlicheAngelegenheiten ausschließen wallte? wenn „Laien" sie über dieArt zu predigen und zu katechisieren belehren wollten? — Itsur:was würden die Lehrer sagen (wenigstens denken), wenn manohne sie sämtliche, die inneren wie die äußeren, Verhältnisse derSchule (Doktrin, Disziplin, Methode rc.) feststellen, sie, die Ein-