Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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frage die Briefe, die sie an Vertraute schreiben, ich frage dieLehrer in Baden und in Holstein, in Rheinbayern und in Sachsen,in Württemberg und in Hessen, kurz die Lehrer im Nordeu undim Süden, im Osten und Westen unseres Vaterlandes, in Städtenund auf dein Laude und auf die Frage, ob ihrem innerste uBewußtsein und wahrsten, ihnen heiligen Lebens-gefühl ein anderer als Vorsteher, Leiter, Inspektor,Freund, Führer, Vater rc. geirügen könne, denn einLehrer, und es erfolgt aus tausend Kehlen, weil Herzen, einvolltöniges, entschiedenes

Nein,

ein überall hörbares, klares und bestimmtes, in seiner Wurzelachtbares, in seinen Folgen unberechenbar fruchtbares, ein wohl-berechtigtes, ein und damit sollte man unter Redlichen schonalles gesagt haben wahres

Nein.

Gewöhnlich glaubt man, die, welche eure andere Art derInspektion der Volksschule in Antrag bringen, dadurch wider-legt zu haben, daß man zeigt, wie wenig dadurch gewonueu werdendürfte. Man stellt die weltliche der geistlichen gegenüber, ver-gleicht den Advokaten, den Gutsbesitzer, den Schulzen, den Kauf-mann und andere Personen mit dem Prediger, und weist leichtnach, daß jene doch weit weniger durch natürliches Interesse undgenossene Bildung zur Schule sich hingezogeu fühlen können, alsdieser. Li-§o, schließen sie dann, muß es beim alten bleiben.

Aber wie bei diesem wohlfeilen Schlüsse vorausgesetzt wird,so ist es nicht gemeint, und ein anderes wird erstrebt. Nichtdas ist die Pointe, daß der Geistliche sich weniger zum Schul-iuspektor qualifiziert, als Personen anderer Stände, was garnicht behauptet wird, sondern diese ist es, daß nur durchgründliche Fachkenner die Schule einsluß- und erfolg-reich, kurz so, wie es ohne den größten Nachteil für Erziehungund Unterricht gar nicht entbehrt werden kann, geleitet werdenkann. Was ist also damit bewiesen, daß es durch Nicht-Geist-liche nicht besser, eher schlimmer werden würde und die Lehrersich selbst sehr bald unter denKrummstab, unter dem gut wohnen