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2 (1890)
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unter ihre Gesetze sind das Erforschen der allgemeinen Mittelder menschlichen Bildung, deren psychologische Anwendung, vonPestalozzi dieIdee der Elementarbildung" genannt, kurz dieAufstellung einer naturgemäßen, geistbildeuden, die Anlagen desMenschen allseitig anregenden und zu froher Entfaltung veran-lassenden Methode. Und die Folgen dieser Leistungen sind, wasdie Schulen betrifft: natürliches, folglich heiteres, glücklichesDasein der Schüler, denn die Entfaltung belebt und beglückt Freude an dem Lernen und Üben, denn das Kind liebt dieLerngegenstände nur insofern, aber auch insoweit, als sie seineThätigkeit fördern (so ist es mit den Menschen überhaupt) -und alle die Folgen, welche ans dem Gefühl des natürlichenWachstums entspringe», Folgen, welche in einer großen Anzahlvon Schulen vor Augen liegen, in welchen die Stumpfheit unddie Lernscheu der alten Schulen durch Lernbegierde und Heiter-keit, das stumpfe Dasitzen und geisttötende Hinbrüten durch Auf-merksamkeit und Wißbegier, die Stummheit und Maulsanlheitdurch die Befähigung und die Lust zum Sprechen, Antwortenund Darstellen, der alte Schnldruck durch heitere Lernlust undermunternden Wetteifer, die mönchische Zucht durch wohlwollend-ernste, erziehende Behandlung, der Terrorismus durch Hnmaniät,das mechanische, pfäsfische Abrichten durch Verstehen und Ein-sehen (nach Goethe gehört alles Retardierende zum Pfaffen-tum), das geisttötende, unverständliche Regelwerk durch Begreifen,ja Selbstanffinden des Gesetzmäßigen in den Dingen und Vor-stellungen, kurz das Abrichten durch Unterrichten, das Knechtenund Aufhalsen durch vernünftige Menschenbildung verdrängt undersetzt worden ist ein Schauspiel für Götter und eine Freudeder Menschen: ein wißbegieriges, braves, hingebendes Kind,»och mehr: eine Schar von Kindern, von Lernlust und Eiferbeseelt, treu ihre jungen Seelen dem edlen Einfluß eines ver-nünftige» Erziehers öffnend, den Grund legend zu einer Bildung,die ein Leben hindurch vorhält. Das nichtlehrende Publikumweiß es nicht, oder nicht recht, auch sind die Früchte noch nichtüberall zu schauen; aber es gicbt Schulen, Elementar- undVolksschulen, unter uns, die kein Fremder, kein Vater und keineMutter ohne Befriedigung, oft nicht ohne Entzücken verläßt, so

Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Aufl. II. 14