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2 (1890)
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die Frauen in einen engen Kreis hineinbannen und von denWeltinteressen abschließen möchten. Die allgemeinen Interessensind auch die ihrigen, sollen es sein, sollen es immer mehrwerden. Pestalozzi brauchte nur ein Menschenfreund zn sein, umder Huld und Gunst der Frauen gewiß zu sein. Aber doch istes auch schön, daß er besondere Ansprüche darauf hat. Zuerstvon jenem, dann von diesem.

Pestalozzi war ein Lehrer, zunächst ein Lehrer der Jugend,dann war er ein Lehrer der Lehrer, endlich ein Lehrer der Welt.

Die Erhabensten und Größten unter den Menschen allerZeiten glänzen als Lehrer. Durch schöpferische Gedauken er-hellten sie die Köpfe ihrer Zeitgenossen und der Nachwelt, belebtendie Herzen durch die Macht edler Gefühle und wiesen durch Wortund That auf ein Leben in Ideen und Werken hin. Ihr Kampfgalt dem Irrtum und dein Wahn, dem Aberglauben und derVerstockung, der Verworfenheit und der Sünde. Die Menschheitzu verklären, ein Reich Gottes ans Erden zn gründen, den Grundzu legen zum Fortschreiten nach ewigen Zielen war die Auf-gabe ihres Lebens. Die das gewollt, haben sich an die Bestenihrer Zeit, haben sich an das Heranwachsende Geschlecht, an dierein lind treu den Händen der Natur entstammende Jugend ge-wandt. Soll es besser werden mit dem Geschlecht, muß es besserwerden mit der Jugend, muß angefangen werden mit den Kin-dern. Ihrer ist schon das Himmelreich, durch sie muß es füralle begründet werde». Darin liegt die Heiligkeit des Berufsder Jugenderzieher.

Pestalozzi war ein solcher, er war ein Lehrer, er wareiner im edelsten, umfassendsten Sinne des Wortes, seine Wir-kungen reichen weit in die Jahrhunderte hinein.

Um zn begreifen, was er geleistet, muß mail das Schul- lindErziehungswesen nach ihm mit dem, wie es vor ihm war, ver-gleichen. Er hat nicht allein den herrlichen Umschwung her-beigeführt, wie wäre dieses möglich? Neben ihm verehreil wirnoch andere Männer. Aber er ist der erste und größte unterihnen, und heute kann nur von ihm die Rede sein.

Wie das Schulwesen, besonders das Volksschulwesen