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2 (1890)
Entstehung
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wir ihn verehren. Nach seiner Gesanitrichtung, seinen Leistungenund seinen Tendenzen gehörter aber ganz dieser Zeit an. Ja,wir müssen sagen, manche sind noch nicht bei ihm angekommen;nach meinem Bedünken haben nicht nur die niederen, sondern diehöheren Schulen Ursache, bei ihm von neuem anznfangen unddie Resultate der Thätigkeit seiner echten Jünger zu benutzen.In anderem aber gehen wir über ihn hinaus.

Ich eile zum Schlüsse.

Wohl verdient die Frage nicht inehr erhoben zu werden:Was ist nach allem diesem, d. h. nach dieser kurzen (?) undflüchtigen Skizze, von unserm Helden zu halte»? Was halten Sievon ihm? Haben wir Ursache gehabt, des Dichters Forderungund Wunsch:

Windet zum Kranze die goldenen Ähren! *

Freude soll jedes Auge verklären!"

auf ihn anzuwenden? Verdient er die Verehrung der ganzenWelt? Genießt er sie, stimmen alle unisono ein?

Nein, meine Freunde. Um der geringeren Einwürfe nichtzu gedenken, nur des Hauptvorwurfs, der ihm in: Leben undnach demselben bis zu dieser Stunde gemacht worden, aber auchdieses nur mit wenigen Worten, nur andentend und vorüber-gehend zu gedenken:Er war kein Christ"er war es sowenig, so wenig es Lessiug, so wenig es Schiller undGoethe, so wenig es Kant, Fichte und Hegel waren," siewaren keine Christen. Soll ich sie (!), nämlich diese Heroen

unserer Litteratur, diese Zierden unserer Nation, soll ich ihn

gegen diesen Vorwurf verteidigen, heute und vor Ihnen ver-teidigeil? Diese Frage heißt mit andern Worten: soll ich Sie

beleidigen, diesen schönen und herrlichen Tag entweihen? Denndas würde ich nicht nur fürchteil, ich würde es wirklich thun,wenn ich jenes thäte. Ich würde Sie, Ihre Gegenwart, IhreStellung, Ihre Würde und zugleich eine tiefe EigentümlichkeitPestalozzis, nämlich seine Scheu, über Religion Worte zu machen,verletzen.Weg davon! Ich sage nur das eine Wort: daß diegenannten Männer nicht im Sinue ihrer Ankläger Christeil

* Des Gefeierten Büste, von Offenbach eingefendet, war mit Gold-ähren in einem Eichenkranze geziert.