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2 (1890)
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emporhaltend. Mit Recht hat sich der deutsche Lehrerstand wieein Mann erhoben, de» großen, unsterblichen Schweizer Schul-reformator zu feiern! Mit Recht scharen sich um die Lehrer diedeutschen Bürger, um auch ihren Dank ihm darzubringen! Hättensie etwa bloß um der Kinder willen Ursache, so freundlich undgütig zu sein? Sollte etwa der Pestalozzische Geist keinen Anteilhaben an dem Aufschwünge des deutschen Volkes? Meint Ihr,daß diese wunderbare Erscheinung über Nacht aus Nichts ent-standen? Wundern muß man sich vielmehr über die, welche diePestalozzische Methode gefördert haben und das nicht voraus-sahen. Es >wäre unsinnig, zu behaupten, sie allein habe dasWunder vollbracht; aber gewiß ist sie keiner der unbedeutenderenFaktoren. Lord Brougham nannte die 24 Buchstaben des heutigenSchulmeisters, dieseschwarzen Husaren", mächtiger als dieBajonette der Soldaten. Denkt doch nur, wie ein Knabe werdenmuß, der nach obiger Schilderung 68 oder mehr Jahre ge-führt wird? Ja, denkt euch einmal eine Nation, deren ganzeJugend solcher Einwirkung teilhaftig geworden! Was für Aus-sichten eröffnet dieser Blick für die Zukunft! Die Jesuiten vonFreiburg hatten eine Witterung (mehr freilich nicht) davon, alssie das Wort sprachen: sie wollten keine Schulen, in welchenApostel des Radikalismus" gebildet würden. Ein nicht Pesta-lozzi, sondern die Sprecher schändendes Wort.

Sprecht nun selbst, ihr Bürger von Berlin, ob ihr Rechtdaran thatet, euch heute zu uns zu gesellen! Sprecht, ob derMann eines Denkmales würdig ist! Ob er eine Stelle verdient,wenn nicht in der Walhalla, doch in dem Pantheon unsersHerzens! Ob er der Auszeichnung wert gewesen*, die ihn: durchden Kaiser Alexander, durch Friedrich Wilhelm III. gewordeneinem Elementarlehrer durch einen solchen Kaiser, einen

* In seiner Vaterstadt Zürich haben zwei Bürger (Meyer und Lan-bolt) ihn und sich dadurch geehrt, daß sie eins Denkmünze schlagen ließen:Ikenrieo ?estatoWio, xoxuli verarn lluinanitatsm institusuäi üneixrimario, Iioe grati auiwi moimnieutum äioatum esto. Xnno viri imiuortalissoeutari ÄIV666X4>VI. (Dies Denkmal der Dankbarkeit sei geweiht demvor allen ausgezeichneten Führer der Volksbildung zur wahren Menschlich-keit, Heinrich Pestalozzi, im Säkularjahr des unsterblichen Mannes.)