Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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186
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Also zeigt es sich auch in den in Pestalozzis Geiste wirken-den Anstalten. Aber wer von jenen Demutspredigern hateine solche geleitest oder auch nur gesehen? Was will gegen dieangedeutete Naturwirkung und Religiosität ist auch ein Natur-produkt (im Pestalozzischen Sinne) das wort- und phrasen-reiche Anlehren dieser Anti- und Antepestalozzianer bedeuten? Erselbst, der tief denkende und erfahrungsreiche Pädagog, hat siegekennzeichnet:

Sowie man anfängt, dem Kinde leere Wörter, als wären sie Sach-kenntnisse oder Erlernungsmittel an Sacherkenntnissen, in den Mund zulegen und seinem Gedächtnisse einzuprägen, von denen es weder durch dieGefühle seiner inneren Natur, noch durch die Sinneneindrücke seines äußerenLebens ein Realfundament ihrer wirklichen Bedeutung in sich selbst trägt,so legt man in das Kind den Grundstein aller Verkehrtheit und aller Un-natur im Gebrauche der göttlichen Gabe der Sprachkraft. Man legt indasselbe den Grundstein aller Anmaßung und aller Verhärtung unddamit den Grundstein zu dem größten Unglück unserer Tage, zu der Un-natur, die aus der Oberflächlichkeit aller Erkenntnisse und aus den Lügenunserer diesfälligen Ausdrücke hervorgeht und unser Geschlecht dahin führt,in den Sumpf aller Jrrtümer, aller Anmaßungen und aller Selbst-sucht zu versinken."

Auf wessen Seite nun ist nach diesen tief wahren und be-deutsamen Aussprüchen der Hochmut lind die Erziehung zumHochmut und zur Unwahrhaftigkeit, und wo sind deren, auf demWege der Wahrheit und Natur sich von selbst ein stelle ir-den Gegenteile zu finden? Dabei bleibt es: was sich im Menschen-geisst wie iir Gottes äußerer Natur, nicht auf dem Wege derNatur, als Produkt naturgemäßer Einwirkung, von selbst ergiebt,ist und bleibt künstliches Machwerk und Feuer verzehrt es. Dazugehört denn vor allem die auf das Kuustprodukt der Demut hin-zielende Phrasenmacherei, worin Heuer gute Geschäfte gemachtwerden. Wie himmelweit war unser Pestalozzi von diesen Wort-helden entfernt, er, der den Blut besaß, der Natur zu vertrauenund den Pharisäern ihre Wortmacherei, ihre Heuchelei, kurz, wieer es zu nennen pflegte, ihreMaulbraucherei" einzutränken!

Nach allem diesem ermeßt, Zuhörer, Zeitgenossen, ob eszeitgemäß war und ist, wieder an Pestalozzi zu erinnern, seinenGeist wieder zu erwecken und lebendig zu machen! Erwägt, ob