XIV.
Mer Naturalismus.
1. Der Naturalismus besteht zuerst in einer natürlichenBetrachtung der äußeren Dinge der Welt. Die Lebhaftigkeitdieser Betrachtungsweise wird durch die Beschaffenheit und denGrad des Natursinnes, mit dem das Kind geboren wird, bedingt.Ein Kind fühlt sich von der Natur, den Eigenschaften der Natur-körper und den Erscheinungen in ihr, viel mehr hingezogen alsdas andere. Jedes gesunde Kind und jeder gesund bleibendeMensch betrachtet aber sein Leben laug den Complexus aller Er-scheinungen mit den natürlichen Sinnen, und läßt das Wesenoder die Phänomene der Welt durch die bekannten fünf ver-schiedenen Thore der Seele zuin Bewußtsein kommen. Werdendie dadurch gewonnenen Kenntnisse zusammengefaßt, so entstehtdie sogenannte Naturbeschreibung oder Naturgeschichte, oder syste-matisch geordnet und gegliedert, der sinnliche Naturalis-mus. Sein erster Repräsentant ist Linnens.
2. Die Erscheinungen der äußeren Welt verlaufen nicht nachbunter Willkür, sondern nach Regeln und Gesetzen. Der mensch-liche Geist macht die Wahrnehmung, daß unter denselben Um-ständen dieselben Erscheinungen wiederkehren. Er forscht ihremgeregelten Verlaufe »ach, ordnet die Phänomene nach ihrer Gleich-heit und Verschiedenheit, erforscht die ihnen zn Grunde liegendenGesetze. Der geistige Prozeß, durch welchen sie ermittelt werden,ist die Induktion. Es entstehen die indnktiven Wissenschaften,ein Zweig der sogenannten exakten. Allen liegt die Voraussetzung