ist groß! Gott sei gelobt! Diesen Segenswunsch können alle,gleichviel, welche religiöse Überzeugung sie belebt, aussprechen;mögen ihn alle aussprechen! Lebendig wohnt und herrschtdann in uns der Glaube: Außer dem Menschen kein Heil,wie außer der Gesellschaft, dem Staate, kein Heil. Der Staathat Religion, aber er hat keine Konfession.
„Der Beste ihm der Liebste ist,
Sei's Jude, Heide, Türke, Christ."
Der Verleumder kann diesen Grundsatz so verdrehen undnmdrehen, daß sein Sinn mir zum Tadel gereicht; er kannschmachvolle Gleichgültigkeit gegen Religion, Tugend und Sitt-lichkeit und gegen die höchsten Erscheinungen der Geschichte heraus-lesen; aber was kann er nicht alles! Dafür ist er ein Ver-leumder. Kein Wort mehr von ihm und andern verdrehtenKöpfen — hier, wo wir freudvoll davon bewegt sind, daß einfreier Verein sich gebildet hat, in dein der Mensch — dem Men-schen — zur Seite steht. Was der Bund der Lla^ons in seinenedelsten Bestrebungen wollte, hier wird es offenkundige Thatsache,und man predigt es — von den Dächern. Die Wahrheit trittan das Licht. Wie sollte das Licht, das natürliche, ans derureignen, ewigen, unter allen Zonen und Himmelsstrichen gleichen,gottbegabten Menschennatur hervortretende Licht die Öffentlichkeit,d. h. das Licht selbst, zu scheuen haben? Nur das Dunkle, Un-heimliche, dadurch sich selbst Richtende, das Egoistische, schellt dasLicht und flieht das Licht. Das böse Gewissen sucht bei Tagedie Finsternis und — merkwürdigerweise — bei Nacht das Licht.Darum Preis dem Öffentlicheil, dem Offenen, dem Naturwahren!
Wir schließen uns an die menschliche Natur an, wirachteil und ehren sie, wir verehren sie, sie ist uns heilig, wirsuchen sie zu erkeunen, ihre Bedürfnisse sind uns heilig, die inihr liegendeil (ihr immanenten) Gesetze sind uns heilig, wir, alsgetreue Diener derselben, bestreben uns daher, sie zu befolgeil,ihnen volle Erkenntnis und Anerkennung zu verschaffen, die Be-dingungen eines allseitig glücklichen, menschlichen Daseins aufdem ganzen Erdenrund, sowie die Ursachen menschlicher Ver-kümmerung kennen zu lernen — bereit, jene nach Kräften zu