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unsere Knaben vorgebildet werden. Dies kann allein und ohneUmstände nur in den Schulen geschehen.
Hier sitzen Knaben von gleichem Alter, folglich von gleicherKörperbeschaffenheit und gleichen Bedürfnissen zusammen; hierhat der Kamerad den Kameraden neben sich, den er kennt undliebt, mit dem sich zu üben er gewöhnt ist, mit dein er gemein-same Übungen zu treiben sich freut. Nicht einmal Erwachsene,die aus der Kunst oder dem Spiel oder dem Tanz ein Geschäftmachen, haben ihre Freude an der Ausübung ihrer Künste, Fertig-keiten und Vergnügungen nnter Fremden — wie sollte diesbei Kindern der Fall sein?
DaS Kind bedarf der ansmerksamen Pflege und Leitung vonerwachsenen, gereiften Menschen, die es kennt, achtet und liebt.Sollen die gymnastischen Übungen gedeihen, so müssen sie mitderselben Umsicht nach dem Alter ansgewählt, abgestnft und be-messen werden, wie die geistigen Übungen. Es ist nicht genug,daß geturnt wird, es kommt auf die rechte Weisean. Dies vermögen nicht Schüler oder Vorturner zu bestimmen,sondern dnrchgebildcte, verständige, einsichtsvolle Erwachsene,d. h. in den Schulen die Lehrer. Tie Schulen sollen fortannicht bloß Lernschnlen, sondern allgemein-menschliche, universaleBildnngsanstalten sein. Derselbe Lehrer, welcher die Knabenoder Mädchen geistig erzieht, erziehe sie auch leiblich, gymnastischin beiderlei Hinsicht. Wir verlangen von den Schulen geistigeund leibliche Gymnastik, Disziplin des Leibes wie des Geistes.Durch obige Verfügung ist dafür gesorgt, daß dieselben Lehrerfür beide Arten der Bildung, für die ganze Menschenbildungsorgen können. Jeder übt seine Schüler, seine Klasse. Er kenntsie bereits, ist mit ihren Eigenschaften vertraut, kann individuellauf sie einwirken. So nur kann und wird die Sache gedeihen.
Die gymnastischen Übungen werden fortan ein wesentlicherBestandteil des öffentlichen Unterrichts sein. Die Teilnahmedaran wird nicht dem Belieben der Knaben oder der Eltern über-lassen, sie ist obligatorisch. Nur körperliche Beschaffenheit kannauf Zeit von der Teilnahme dispensieren, wie beim Singen.Aber wer wird es auch wollen ohne gebieterische, traurige Ver-hältnisse? Welcher vernünftige Vater, welche verständige Mutter