thätigkeit. Es wäre nicht gut, wenn dieses jemals verkanntwürde; es wäre verderblich, wenn man dem Lehrer nicht einfeineres Gefühl zutranen wollte *; es wäre noch schlimmer, wennder Lehrer jemals vergessen sollte, daß die wahre Achtung dieFolge ist einer tüchtigen Amtsführung.
4. Das Lehrerbewnßtsein besteht in der Mei-nung, die ich von den Berufsgenossen hege,und zeigt sich in der Stellung, die ich zuihnen ein nehme.
Sind sie wirklich meine Berufs geflossen, fühle ich michzu ihnen hingezogen, zu ihnen gehörig, gehören sie zu meineminuern Leben, machen sie einen Teil meines Daseins, meinesGlückes ans, könnte ich ohne sie nicht existieren?
Es ist schrecklich, was für Menschen es giebt, auch was fürLehrer. Man muß es solange sagen, als es solcher giebt. Essei Gott geklagt. Drei Jahre haben die ersten, die ich meine —um mit mir selbst anzt,fangen — zu meinen Füßen gesessen,Tausende von Stunden habe ich mit ihnen zugebracht. Siewerden entlassen und — nach drei, vier, fünf und mehr Jahrenkehren sie zum zweiten Examen in die Anstalt wieder ein. IsteS denkbar, ist es glaublich, daß welche unter ihnen sind, die indieser laugen Zeit:
1) kein neues Schulbuch kennen gelernt, noch weniger durch-studiert und durchprobiert;
2) keine pädagogische Zeitschrift gelesen;
3) sich an keinen Lehrerverein angeschlossen haben —?
Ja, solcher giebt es, solcher giebt cs auch unter meinen ehe-maligen Schülern, selbst in Städten, wo jeder unentgeltlichSchulbücher geliehen bekommen kann, wo drei pädagogische Zeit-schriften redigiert werden, wo drei große Lehrervereine existieren,an deren einem man für einen Beitrag von 7* 2 Sgr. monatlich
* Man verstehe wohl: das oben Angedeutete ist der haltbare Grund dergeforderten Unterscheidung der Lehrer von Handwerkern. Sonst ist der Unter-schied nichtig. Denn Mensch sein heißt gleich sein. Je mehr die wahreKultur steigt, desto weniger ist der Mann von seinem Stande, sondern dieStellung vom Manne abhängig.