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2 (1885) Der Ministerpräsident v. Bismarck-Schönhausen : 1862 - 1866
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Die Erwerbung Lauenburgs.

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Personalunion? Meine Herren! Ihre Antwort war einSchweigen, welches ich kaum beredt nenneu kann. Siekonnten sich nicht einmal entschließen, darauf zu sagen:Wir beharren bei unserm Ausspruch von vor zwei Jahren,wir wünschen noch heute, daß der Prinz von Augusten-bnrg in die Souveränität von Schleswig-Holstein ein-gesetzt wird.

Meine Herren! Ich wiederhole dieselbe Frage heuteund in diesem Jahre an Sie. Noch ist es Zeit, zwarnicht über Lauenburg, da ist es zu spät (Heiterkeit),wohl aber in Betreff Schleswig-Holsteins, da sind Sienoch heute in der Lage, Ihrer Meinung und der desVolkes, welches Sie vertreten, Geltung zu verschaffen:so sprechen Sie im Namen des Volkes, was Ihre An-sicht über Schleswig-Holsteins Zukunft ist! InteressiertSie diese Frage gar nicht? Sie interpellieren uns dar-über, Sie legen uns bei jeder Gelegenheit, bei jedemSchritte, den wir thun, Schwierigkeiten in den Weg:aber Sie verheimlichen Ihre eigne Meinung über dieFrage sorgfältig.

Nun, meine Herren, wenn Sie auch in diesem Jahredarüber schweigen, dann beklagen Sie sich auch nachhernicht, wenn wir auf die von Ihnen verschwiegene Mei-nung keine Rücksicht nehmen können. Im Drange derVerhandlungen, im Drange der Ereignisse ist nicht immerZeit, den Landtag zu berufen und r68pon8a pruclentnmvon Ihnen einzuholen: und wenn der preußische Monarch,auf den Sie sich berufen, der große Kurfürst, bei denTraktaten von Wehlau, Labiau und andern, jedesmalvorher, ehe er eine Klausel unterschrieb, seine Ständehätte berufen wollen, dann weiß ich nicht, unterwelcher Herrschaft vielleicht heute die Provinz stände.