196 Bis zum Kriege mit Oesterreich. 1865—1866.
Nissen der dortigen Stellen mit dem, was er an Gehaltbezieht, auszukommen.
Wir haben dort mehrmals Gesandte gehabt, dieein erhebliches eignes Vermögen hatten, und andre,welche keine eigne Familie bei sich hatten; nur dadurchwurde es möglich, mit einem um sehr viel geringerenGehalte, als die übrigen Großmächte dort bezahlen, eineStellung aufrecht zu erhalten, die mit der der letzterenzwar nicht rivalisiert, aber doch so sein muß, wie sieüberhaupt ein preußischer Gesandter im Auslande, und- besonders in einem Lande, wo auf Aeußerlichkeiten nochmehr Gewicht gelegt wird, als in den westlichen Ländern,einnehmen muß.
Meine Herren! Die ersten Anträge auf Erhöhungder Gesandtengehälter gehen gewöhnlich aus den Klagender Gesandten hervor, daß sie nicht auskommen können.In solchen Fällen verlangt das Ministerium einen ge-nauen Nachweis der Preise an dem Orte, der Ausgaben,die für den dortigen Hausstand nötig werden. Dies ist nichtan allen Orten gleich. Die Gesandten können in Englandmit sehr viel weniger Bedienung auskommen als in Peters-burg, in Petersburg aber wieder mit weniger als in Kon-stantinopel; das richtet sich nach den landesüblichen Ge-bräuchen. Ist dann auf diese Weise festgestellt, daß esschwer oder unmöglich wird, mit dem Gehalte auszu-kommen, so pflegt die Negierung sich bei den Sachkun-digen, die früher auf dem Posten gewesen sind, oderwelche sonst die Verhältnisse an Ort und Stelle auseigner Erfahrung kennen, sorgfältig zu erkundigen, ehesie mit dem Anträge vorgeht, schon aus dem Gefühlder Gerechtigkeit gegen die übrigen. Die Gesandtenklagen alle; ob mit mehr oder weniger Recht, lasse ich