192
Bis zum Kriege mit Oesterreich. 1865—1866.
Wir sind nicht bereit, bei solchem „Spiel" mitzu-wirken ! Wenn der Herr Abgeordnete darauf aufmerk-sam macht, daß Se. Majestät in Bezug auf die RichtungSeiner Privatwohlthätigkeit irgend einen Ratgeber ge-habt haben werde, so brauchte er nicht mit so vielenund über die Linie der Grazie hinansgehenden Gesti-kulationen auf mich zu zeigen. (Heiterkeit.)
Der Ratgeber war ich! Und ich glaube, keinenschlechten Rat gegeben zu haben. (Bravo! rechts. Zischenlinks).
Damit war diese Angelegenheit erledigt; der Antrag Schulze-Delitzsch wurde angenommen.
5. Preußens Verlretniig im Auslände.
7. April 1865.
In der 36. Sitzung des Abgeordnetenhauses am 7. April 1865kam der Etat des Auswärtigen Ministeriums zur Beratung. Hierbeiwies der Berichterstatter der Budgetkommission, Abg. Virchow,darauf hin, daß die Einnahmen dieses Ministeriums um 1500Thaler gegen das Vorjahr abgenommen hatten, was hauptsächlichaus einer Abnahme der Jntraden bei den Konsulaten im türkischenReihe hervorgehe. Die Kosten für die Vertretung in der Türkeiseien enorm hoch, und er, der Redner, sei nicht im stände, einzu-sehen, ob die Stellung Preußens als Großmacht diesen bedeutendenAufwand erfordere. Der Ministerpräsident erteilte folgenden Bescheid:
Ich erlaube mir zu bemerken, daß diese Verminde-rung der Einnahme mit unsrer Stellung als Großmachtnichts zu thun hat. Der geringere Satz gegen früherergibt sich, wie gewöhnlich bei den Etatspositionen, ansdem dreijährigen Durchschnitt. Wir haben nicht ge-glaubt, daß sich die Forschungen der Kommission ansdiesen Unterschied von 1500 Thalern richten würden;sowie es aber geschehen, ist nach Konstantinopel ge-