182 Bis zum Kriege mit Oesterreich. 1865—1866.
„Seit dem Jahre 1868 aber, mährend die Preisealler Bedürfnisse gestiegen sind, wird von den Ge-brüdern Neichenheim und den benachbarten Fabrikan-ten, namentlich den Gebrüdern Kauffmann, ein Systemder Herabdrücknng der Arbeitslöhne geübt, das alleFamilien der Gegend zur Verzweiflung treibt und diegrößte Not verbreitet.
Gegenwärtig verdient ein mittlerer Arbeiter beidem größten Fleiß und während 12 Stunden täglicherArbeit in der Woche durchschnittlich 1. Thlr. 24 Sgr.bis 1 Thlr. 27 Sgr. 6 Pf. Nur diejenigen, welchedie lohnendste Arbeit haben und besondere Arbeits-genies sind, bringen es auf 2 Thlr. 23 Sgr."
Die Ermittelungen der Kommission geben einen umeine Kleinigkeit höheren Durchschnittssatz.
Ich habe die Erklärungen der Kommission schonzum Teil vorweggenommen, warum seit 1868 die Lohn-sätze fielen. Der Kommissions-Bericht sagt darüber:
„In der Anlage wird eine aus den Büchernder Reichenheimschen Fabrik gezogene Nachweisnngüber die verschiedenen Lohnverdienste der Reichenheim-schen Fabrik gegeben. Es erhellt daraus, daß imJanuar und Februar die Weber resp. Weberinnendurchschnittlich einen Verdienst von über 2 Thlr. proWoche gehabt haben. Im Monat Mürz und April,abgesehen von der ersten Woche des April, wo eineExtravergütung hinzugekommen ist, war der Verdienstetwas geringer, weil keine ausreichende Beschäftigungvorhanden gewesen ist."
Es erklärt sich ans diesen Thatsachen die Differenzin den Angaben.
„Die Preise der Wohnungen sind fortwährend