Der rooösr äs droiE der preußischen Monarchie. 157
Königliche Minister, wir würden Parlamentsmini-ster, wir würden Ihre Minister sein, und dazu, dashoffe ich zu Gott, werden wir nicht kommen! (Heiterkeitund Zustimmung.)
Ob die Minister das Vertrauen des Königs haben,ist Ihnen vollständig gleichgültig. Der König würdedanach eine Persönlichkeit sein, die weniger Einfluß aufdie Geschäfte Preußens hätte, als, ich will nicht sagen,jedes einzelne Mitglied dieses Hauses, aber etwa jederFraktionsführer, mit dem man kapitulieren muß, wennman ihn gewinnen will; aber über die Rechte des Kö-nigs könnte man stets einfach zur Tagesordnung über-gehen. Und doch neben alldem sind die Bestimmungenin der Verfassung vollständig klar, daß der König überKrieg und Frieden bestimmt, daß der König die Ministerwählt.
Der Herr Vorredner will die Vermittelung zwischenseinem und meinem Standpunkte dadurch herbeiführen,daß eine indirekte, eine konstitutionelle Nötigung statt-finde. Er hat das ganze System, wie das Kommiffions-gutachten entwickelt, und wie er es resümiert, als eineindirekte Nötigung betrachtet, kommt dabei aber zu dem,wie mir scheint, ganz logischen Schluffe, die mir in denMund gelegte Aeußerung, „man würde das Geld neh-men, wo man es finde", auch für eine solche konstitu-tionelle Nötigung, für eine konstitutionelle Konsequenzzu halten.
So konstitutionell, wie Ihr Verhalten ist, wärediese Theorie auch, und da hätten wir uns gegenseitignichts vorzuwerfen. Ich habe gesagt, Sie widersprechendurch Ihr Verhalten nicht nur der Verfassung, sondernauch den Traditionen und der Geschichte, Sie wider-