156 Die schleswig-holsteinische Frage. 1863—1864.
nach Ihrem Ermessen, zu einer von Ihnen bestimmtenAktion, deren Ziele klar von Ihnen vorgeschriebenwerden. Nun, wenn es irgend einen Anspruch gibt, derKrone die ihr verfassungsmäßig zustehenden Rechte derExekutive ans den Händen zu winden, so ist er in diesenWorten so klar ausgesprochen, wie es irgend sein kann.Sie verlangen diese Aktion im wohlverstandenenInteresse Preußens, Deutschlands lind der Herzogtümer— ich schalte in Parenthese ein, wie wir doch soweit ge-kommen sind, daß niemand mehr ehrlich zu sagen wagt,er handle im preußischen Interesse, er handle alsPreuße; man getraut sich kaum, auf dieser Seite dasWort „Preußisch" auszusprechen, ohne sofort die Er-läuterung dazu zu geben, „natürlich im Sinne des deut-schen Interesses, der Rechte Deutschlands, der Rechte derHerzogtümer. (Zustimmung links.)
Letztere dürfen nicht fehlen; ein offenes Be-kenntnis zu preußischem Interesse, zu preußi-scher Nationalität ist auf Ihrer Seite (nachlinks) nicht zu finden! (Verwunderung links.) Also„im wohlverstandenen Interesse!" Wohlverstandenist natürlich nur dasjenige Interesse, welches Sie alssolches verstehen. Sie entscheiden also auch hier wiederüber die Richtung, die die Krone innerhalb des ihr ver-fassungsmäßig reservierten Gebietes einschlagen soll.
Sie fordern auf Seite 15, daß der König auf IhrGeheiß einen Eroberungskrieg führe, um Schleswig fürdeu Herzog von Angustenburg zu gewinnen. Mit einemWorte, meine Herren, wenn man Ihr Vertrauen er-werben soll, so muß man sich Ihnen in einer Weisehingeben, wie es für die Minister des Königs vonPreußen nicht möglich ist. Wir würden dann nicht