Druckschrift 
2 (1885) Der Ministerpräsident v. Bismarck-Schönhausen : 1862 - 1866
Entstehung
Seite
153
Einzelbild herunterladen
 

Der roekor äe dronro der preußischen Monarchie. 153

hier Deutschland — in jeder Verlegenheit anzugreifen,um wieder zu dem zu kommen, was es als das Seinigeerachtet. Es ist meiner Meinung nach unsre Aufgabe,mit den skandinavischen Staaten in friedlichen undsreundnachbarlichen Verhältnissen zu leben; wie dieseAufgabe zu erreichen sei, ob sie überhaupt zu erreichensei oder ob nicht, ob man sich mit dem guten Willenbescheiden müsse, das hängt von der Zukunft ab. DieRede des Herrn Antragstellers und die Folgerungen, dieer aus der Lage der Sache gezogen hat, nötigen michdoch, in der Diskussion weiter zurückzugreifen, als esmeine Absicht war, selbst auf die Gefahr hin, daß sichIhre Diskussion wieder eröffnen sollte. Wir könnennach dieser Rede wohl mit Sicherheit annehmen — wirsind gewohnt, den Herrn als Repräsentanten der Ma-jorität zu betrachten — daß Sie die Anleihe ablehnen,die Resolution annehmen werden, und daß ich mich indein Vertrauen, das ich wiederholt auf Sie gesetzt undausgesprochen habe, vollständig getäuscht habe. (Sehrwahr! links.)

Das Hauptmotiv, weshalb Sie sie ablehnen werden,ist der Mangel an Vertrauen zu dem jetzigen Ministe-rium, darin konzentriert sich alles, das ist der Brenn-punkt Ihrer ganzen Argumentation. Ich habe michdeshalb gefragt: was müßten wir — was müßte einpreußisches Ministerium thun, um Ihr Vertrauen zuerwerben? Es müßte sich von der preußischen Verfas-sung lossagen (Unruhe und Widerspruch links), esmüßte sich von Preußens Traditionen, von PreußensGeschichte, von preußischem Volksgefühl vollständig los-sagen, es müßte sich von der Verfassung lossagen, indemes die Hand dazu böte, der Fortdauer der Auflehnung