32 Der Militärkonslikt 1862-1863.
diese nicht voraussetzen — Sie verlangten also die Ent-lassung der Hälfte der Infanterie, eines Drittels derKavallerie, 119 Bataillone — ich weiß nicht, wie vieleRegimenter. In seiner Gesamtheit war der Beschlußschon deshalb nicht ausführbar, weil er sich auf dieVergangenheit zurückbezog.
Wie gesagt, ich will auf Rekriminationen in Betreffder Vergangenheit nicht weiter eingehen, als es dieGeschichtserklärung erfordert. Auf diesen radikalen Be-schluß, durch deu Sie in die Sackgasse geraten sind,aus welcher Sie jetzt einen, Ihren Wünschen entspre-chenden Ausweg schwerlich finden werden (Heiterkeit),— auf diesen radikalen Beschluß kam Ihnen die Re-gierung mit dein Anerbieten der Verständigung ent-gegen, indem sie sich bereit erklärte, auf die Modalitätendes von dem Freiherrn v. Vincke gestellten Amende-ments einzugehen. Hätte dieser Schritt bei Ihnen daserwartete Entgegenkommen gefunden? (Unruhe links.)Ich erinnere mich, daß Sie dieselben Zeichen des Miß-fallens, die ich heute mehrere Male vernommen habe,gaben in dem Momente, wo ich die Motive desv. Vinke'-schen Amendements ablehnte; über Motive stimmt mandoch nicht ab. Ich habe vielen beschließenden Ver-sammlungen beigewohnt, habe aber nie gehört, daß manüber Motive abstimmte. Man stimmt über Anträge ab;die Gründe der Annahme, ob wir aus Versöhnlichkeitund Sie aus doktrinären Gründen stimmen, sind gleich-gültig. Das Abgeordnenhaus hätte meines Erachtensdiese Brücke annehmen sollen. Sie hätte dazu geführt,den Streit wegen des Budgets von 1862 im vorigenJahre noch erledigen zu können und das Budget von1863, dessen Wiedervorlage von dem Abgeordneten