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2 (1885) Der Ministerpräsident v. Bismarck-Schönhausen : 1862 - 1866
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20 Der Militärkonflikt 1862—1863.

keinen Gewinn, wenn sie mit derselben polemischenSchärfe, welche die gestrigen Vorträge charakterisierte,die Theorie der Theorie, die Interpretation der Inter-pretation gegenüberstellen wollte. Dazu wird die Zeitkommen, wenn die Aussicht auf eine friedlichere Aus-gleichung geschwunden sein sollte. (Große Bewegung.)

Das Amendement des Herrn v. Vincke wurdeuns erst während der gestrigen Sitzung bekannt, undda mir aus demselben die Hosfnuug schöpften, einen An-knüpfungspunkt zur Vermittelung gewinnen zu können,fo wünschte das Ministerium eine Vertagung der Ver-handlung, um sich über seine Stellung zu dem Amende-ment schlüssig zu machen. Demzufolge erlaube ich mir,die Erklärung abzugeben,

daß die Königliche Regierung in der Annahme desVincke'schen Amendements ein Unterpfand für die ent-gegenkommende Aufnahme ihrer Bemühungen zurVerständigung erblicken und, wenn die Annahmeerfolgt, Vorschläge machen wird, welche auf den An-trag eingehen, ohne sich dessen Motive anzueignen(lebhafte Sensation, Glocke des Präsidenten) undohne die Frage wegen der verfassungsmäßigen Ver-pflichtung zu präjudizieren.

Die im Amendement für 1862 in Aussicht ge-nommenen Schritte würden erst dann den erforder-lichen Boden finden,, wenn ersichtlich wäre, daß einGesetz zur Feststellung des Staatshaushalts-Etatsnicht rechtzeitig zustande käme.

Das Haus nahm die Resolution seiner Kommission mit 251gegen 36 Stimmen an. Am folgenden Tage, den 8. Oktober 1862erfolgte die Ernennung des Staatsministers o. Bismarck-Schön-hausen zum Präsidenten des Staatsministerinms undMinister der Auswärtigen Angelegenheiten.