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Der Militttrkonflikt 1862—1803.
„bietet die Negierung gern die Hand dazu. Die große Selbst-ständigkeit des Einzelnen macht es in Preußen schwierig, mit der„Verfassung zu regieren; in Frankreich ist das anders: da fehlt„die individuelle Selbständigkeit. Eine Verfassungskrisis ist aber„keine Schande, sondern eine Ehre. Wir sind vielleicht zu gebildet,„um eine Verfassung zu ertragen — wir sind zu kritisch! Die„öffentliche Meinung wechselt; die Presse ist nicht die öffentliche„Meinung: man weiß, wie sie entsteht. Es gibt zu viel katilina-„rische Existenzen, die ein Interesse an Umwälzungen haben; die„Abgeordneten aber haben die Aufgabe, die Stimmung zu leiten,„über ihr zu stehen. — Wir haben zu heißes Blut, wir haben die„Vorliebe, eine zu große Rüstung für unfern schmalen Leib zu„tragen, nur sollten wir sie auch nützen. Nicht auf Preußens Libe-ralismus sicht Deutschland, sondern auf seine Macht. Bayern,„Württemberg und Baden mögen deren Liberalismus indulgieren,„darum wird ihnen doch niemand Preußens Nolle anweisen. Preußen„muß seine Macht Zusammenhalten auf den günstigen Augenblick,„der schon einigemal verpaßt ist; Preußens Grenzen sind zu einem„gesunden Staatskörper nicht günstig. Nicht durch Reden und„Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden„— das ist der Fehler von 1848 und 1849 gewesen — sondern„durch Eisen und Blut. — Diesen Olivenzweig (der Minister zog„ihn aus seinem Notizbuche) habe ich in Avignon gepflückt, um ihn„der Volkspartei als Friedenszeichen anzubieten: ich sehe jedoch,„daß es noch nicht Zeit dazu ist!" In der 54. Plenarsitzung vom29. September erfolgte dann die nachstehende schneidige Erklärung,womit der Eintritt in die sogenannte „budgetlose" Zeit förmlichinauguriert wurde:
Ich habe die Ehre, im Namen der KöniglichenStaatsregierung die nachstehende Erklärung abzugeben:
Nachdem das hohe Haus alle in der Reorganisationdes Heeres beruhenden Ausgaben aus dem Etat von 1862abznsetzen beschlossen hat, muß die Königliche Negierungannehmen, daß dieselben Beschlüsse sich bezüglich desEtats für 1863 unverändert wiederholen werden, wennderselbe gegenwärtig zur Beratung gelangt. Da dieKönigliche Negierung ihrerseits ebenfalls an den Auf-fassungen festhält, welche durch ihre Organe bei Beratungdes Budgets für 1862 vertreten worden sind, so steht