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Amarcllcn — Amarillas.
Amarellen oder Ammern, mehrere SortenKirschen, zu den kleinen Sauerkirschen mit dünnenhängenden Zweigen u. kleineren, fester stehenden,dunkelgrünen Blättern gehörend; sie haben nichtfärbenden Saft u. Helle Haut u. bilden die 10.Klasse der Kirschen.
ümsrsrrs (ital.), Bitterkeit, Gram; von a., beiMusikstücken, Vortrag mit tiefem Schmerz.
Nmari, 1) Michele, italienischer Politiker u.Geschichtschreiber, geb. in Palermo den 7. Juli1806. Er wurde von seinem Lehrer u. ErzieherProf. Dominico Scina mit den revolutionärenPrincipien bekannt gemacht. Er war kaum nachVollendung seiner Studien bei einer Verwaltungs-behörde angestellt worden (1822), als sein Vaterwegen Theilnahme an einerVerschwörung zum Todeverurtheilt ward u. ihm seine zahlreiche Familiezur Erhaltung hinterließ. Bei seinen Mitbürgernin hoher Achtung wegen der Vorsichtsmaßregeln,die er zur Bekämpfung der Cholera 1837 getrof-fen, bei der Regierung aber verdächtigt, doch alsvortrefflicher Arbeiter bekannt, ward er nach Nea-pel ins Justizministerium versetzt, wo er seineMußestunden dem Studium der Geschichte u. Li-teratur widmete u. seine die öffentliche Meinungder Sicilianer wiedergebende Geschichte derSici-lianischen Vesper, ImAnsrraäolVsspro Lieiliano,schrieb. Er mußte deshalb flüchten u. ging nachParis, wo er Arabisch u. Neugriechisch studirte u.geschichtliche Vorarbeiten machte. 1848 ward erals Professor des öffentlichen Rechtes zurückge-rufen, bei seiner Ankunft aber zum Vicepräsiden-ten des Kricgscomitcs ernannt, dann ins Finanz-ministerium berufen und mit Sendungen nachFrankreich n. England betraut. Er gab in Pariseine Broschüre, Sicilien und die Bourbonen, her-aus. Beim Wiederansbruch der Feindseligkeitenim April 1849 kehrte er nach seiner Heimathzurück, mußte jedoch sofort wieder ins Exil wan-dern und lebte nun wieder in Paris seinenStudien n. literarischen Arbeiten bis 1860, wo erin Folge der Ereignisse dieses Jahres ans dieInsel Sicilien znrückkehrte, unter der DiktaturGaribaldis im Sommer 1860 das Auswärtigeübernahm, besonders die Unterhandlungen mitCävonr leitete und dann in verschiedenen an-deren Ämtern stand. Im Juli 1861 ward er Gou-verneur von Modena u. im Dec. 1862 Unterrichts-minister im Ministerium Farini, was er auch imCabinet Minghetti bis Sept. 1864 blieb. Seitdemhat er sich ins Privatleben zurückgezogen. SeineHauptwerke sind: 1-s.Ansrra cksl Vssxro LieiUano,Palermo 1842, 2 Bde., 6. A. Flor. 1859 (engl,von Lord Ellesmere, deutsch v. Schröder, Hildesh.1851, auch ins Franz, übers.) u. 8toria äsi Nn-srümLnni äi 8ioi1in, Flor. 1853; auch gab erheraus Lidliotsoa ^ra,k>o-8ion1a, Par. 1856—58,3 Abth., u. I äixloini aradi (von 1150—1509),äsl areüivo klorsntino, Flor. 1863. Er schrienferner: Abhandlungen für die Rsvno areüeolo-§igns, das llonrnnl ^mntigns u. a. Zeitschriften,u. übersetzte Jbn Dschafers 8o1cvan, MohammedJbn Dschobairs Reise in Sicilien (1846), JbnHaukals Beschreibung von Palermo (1845) ausdem Arabischen und Walter Scotts Narraion ausdem Englischen. 8) Emerigo, fälschlich als Bru-
der des Vorigen angesehen, aus einer gräflichenFamilie stammend, ital. Pnblicist, geb. 1810 in Pa-lermo; studirte Strafrecht, Philosophie u. politischeÖkonomie, gründete mit Ferrara, dem National-ökonomen in Palermo, das Statistische Journal n.schrieb 1838 Über die Natur n. den Fortschrittder Industrie; 1841 zum Professor des Strafrechtesan der Universität Palermo u. zum Director desFremdenspitals ernannt, gab er die Abhandlung über idie Theorie des Fortschrittes heraus und wurde1842 Vorstand des neuen Strafhanses in Palermo.
Beim Januaraufstande 1848 wurde er verhaftet,aber nach der Übergabe der Citadelle befreitu. Mit-glied des Wohlfahrtsausschusses. In der sicilia-nischen Kammer zählte er zu den ersten Rednern,war bei der Deputation an Karl Albert wegenÜbergabe der sicilianischen Krone an den Herzogv. Genua, mußte aber, wieder znrückgekehrt, EndeMarz 1849, weil der inzwischen wieder ausgebro- Ichene Krieg eine ungünstige Wendung für die Si- !cilianer nahm, nach Piemont flüchten, wo er die .Professur des constitutionellen Rechtes an der Uni-versität Genna versah. 1861, nach der Annectirnng !Siciliens an das Königreich Italien, wurde er !sicilianischer Minister des Innern u. ital. Depu-tirter. Er war Mitglied der Philosophischen Aka- sdemie Italiens, aber bei aller Freiheit seiner Phi- !losophischcn Ideen ein strenger Katholik im Sinne !des Vatikanischen ConcilA Er st. 20. Sept. 1870 !
in Palermo. I
Lmsri kontss, so v. w. Natronseen. ^
Amarillas, alte span, adelige Familie: 1) *
Don Agusto Giron d'Ahumada, Marquesde las A., General der 1748 nach Genna gesandtenspan. Hilfstruppen; führte nach dem Aachener Friedenden Jnfanten Don Philipp in sein neues Besitz-thum, Parma u. Piacenza, ein, wurde dann Gou-verneur v. Barcelona u. 1755 Vicekönig v. Mexico,wo er 1760 starb. 3) Don Pedro Giron, Mar-ques de las A., Herzog v. Ahnmada, geb. 1788 inS. Sebastian; diente anfangs in der spanischenGarde n. dann im Span. Unabhängigkeitskriege alsGeneralstabsoffizier. Nach Ferdinands VII. Rück-kehr zog er sich, dem König wegen seiner Zurück-haltung vom Hofe n. seiner liberalen Anschauungenmißfällig, auf seine Güter zurück. In Folge derRevolution von 1820 zum..rriegsminister ernannt,zog er sich, jetzt von den Liberalen ebenso verfolgt,wie früher von den Absolutisten, bei Auflösung desMinisteriums Arguelles ins Privatleben zurück;ein Versuch, ihn wieder ins Ministerium zu brin-gen, scheiterte am Mißtrauen des Königs. In-dessen ernannte ihn Ferdinand doch aus Achtungvor seinem Charakter in seinem Testament zumMitglieds des Regentschaftsrathes, der während derMinderjährigkeit Jsabellas der Königin - Regen-tin beigegeben war. Diese Stellung benutzteA. zur Bekämpfung der vom Ministerium Mar- stinez de la Rosa wider die insurgirten Provinzengetroffenen Maßregeln, sowie zur Bekämpfung derZulassung der Granden als solcher in die Kammerder Proceres, bis er vom franz. Botschafter zueinem Vertheidiger einer Ersten Kammer mit erb-lichen Mitgliedern umgestimmt wurde, eine Wand-lung, die ihm bei den Proceres, deren Präsidenter war, wie bei der Regierung großen Einfluß
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