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Adelsdccoratwn — Adclung.
schengestalten rc. bilden; sie liegt am Abhange desHügels Soritsch, ist wenigstens seit.dem Jahre1213 bekannt u. hat 5 Hauptabtheilungen: diePoikhöhle, in welcher die Poik (Piuka) fließt u.eine Strecke fahrbar ist, bis sie unter Felsen ver-schwindet; der große Dom oder die Neptuns-grotte von 22 m Höhe und 48 m Breite; dieKaiser-Ferdinands-Grotte, eine 1816 entdeckteAufeinanderfolge von Gewölben mit dem über30 m hohen und 120 m langen Tanzsaal undder Reitschule; die Franz-Joseph-Elisabeth-Grotte von 34 m Höhe, 203 m Breite und195 m Länge, mit dem Calvarienberge, der ausTrümmern vieler Tausende von Säulen in denkolossalsten Dimensionen und von allen Farben-stufen besteht; die Erzherzog-Johann-Grotte mitder gothischen Halle und dem rothen Gewölbe.Jährlich wird am Pfingstmontag bei voller Be-leuchtung in der Grotte ein Tanzfest und amTrinitatisfest ein feierlicher Gottesdienst gehalten.1 Stunde von A. liegt die Magdalenengrotte,ebenfalls mit kolossalen Tropfsteingebildcn u. be-merkcnswerth als erster Fundort des krotsusanAuiusus. Vgl. Schmidl, Zur Höhlenkunde desKarstes, Wien 1854; Ders., Wegweiser, ebd. 1858;A. Arbeit, llna visitü, alla Arotta cli .4c1slsbsrx,Udine 1870; E. W. Costa, Die AdelsbergerGrotte, Laibach 1863, 2. A.; I. Schäber, Be-schreibung der berühmten Adclsbcrger Grotte inKrain, nach A. Schaffenrath, Adelsberg 1858.
Adelsdecoration (Königlich WürtlcinbcrgischeA.). Am 20. Aug. 1808 verwandelte KönigFriedrich I. den am 16. Juni 1793 für die 5Kant, der Reichsritterschaft Schwabens gestifteteneigenen Orden für alle wirklichen adeligen Guts-besitzer u. Familienältesten der ihm zugefallenenReichsritterschaft in eine A., die im Knopflochgetragen ward u. in einem goldenen, weiß-email-lirten Malteserkreuz mit der Devise: Standhaftu. Aufrichtig, an gelbem Band getragen, bestand.Seit 1817 ist keine Austheilung mehr erfolgt,wohl aber Vererbung auf Nachkommen.
Adclshcim (Adolfsheim), Stadt im gleich-namigen Bezirksamte des badischen Kreises Mos-bach, am Odenwald, an der Seckach und derEisenbahn Heidclberg-Würzburg; Sitz des Amts-gerichtes; 1530 Einwohner; Schloß, erbaut amEnde des 13. Jährh. von Poppo von Düren,welcher den Namen A. aniLhm u. Gründer derfreiherrlichen, vormals zu den ritterschaftlichenKantonen in Franken gehörenden Familie von A.geworden ist; dieselbe ist außerdem in Bayern u.Württemberg begütert u. blüht noch in 2 Linien:Sennfelder u. Adelsheimer Linie.
Adelstan, s. Athelstan.
Adclsverbindungen, 1) Vereine des Adelszu Ende des Mittelalters zu gegenseitiger Hilfe-leistung in Fehden u. zur Wahrung ihrer Rechtegegen die Fürsten; s. Rittergesellschaften. 2) Ver-eine unter dem Adel, welche die Wiederbelebungder Idee des mittelalterlichen Ritterthums, dieHebung der sittlichen und intellektuellen Bildungder Standesgenosscn u. die Wahrung der Stan-desrcchte beabsichtigten. Dergleichen A. warendie Vereine der rheinischen und hessischen Ritter-schaft, die Adclsrcunion in Schlesien um 1844.
Dieselben haben indeß niemals eine weitere Be-deutung erlangt und auch wol nicht erlangenkönnen, da das öffentliche Recht in Deutschlandihnen den nothwendigen Halt nicht mehr gewährte.Dagegen sind die A. in dem Johanniter- undMalteserorden, weil sie einen bestimmten Zweckverfolgen, von Bedeutung geblieben.
Adelung, 1) Jakob (Adlung), geboren zuBindersleben bei Erfurt 1699, starb 1762; warProfessor am Gymnasium zu Erfurt und wurdewegen seiner vorzüglichen Schriften über dieOrgel rc. zum Mitglieds der Erfurter Akademieder Wissenschaften ernannt. Er schrieb: Unter-richt über die Construction der Orgeln, Berl.1764; Musikalisches Siebengestirn, Berl. 1768;Anleitung zur musikalischen Gelehrtheit, Erf.1758 u. 1783. 2) Joh. Christoph, geb. 1732zu Spantekow in Pommern, studirte zu Halle,ward 1759 Professor am evang. Gymnasium zuErfurt. Von dort mußte er 1761 fliehen, weiler die Rechte der Protestanten der Regierunggegenüber vertheidigte, u. ging nach Leipzig. 1789kam er als Hofrath u. Bibliothekar nach Dresdenu. st. daselbst 1806. Schon in Erfurt erschien vonihm N. Lehrgeb. der Diplomatik, 1760, 3 Thle.;namentlich aber entwickelte er in Leipzig mit un-gemeinem Fleiß eine sehr vielseitige literarischeThätigkeit: dlosaariulu inanual. aä vcr. meä.
et intimas latmitatis, Halle 1772—1784, 6 Bde.(Auszug aus Ducange mit reichen Zusätzen);K. Begriff menschl. Fertigt, u. Kenntnisse, Lpz.1778, 2. A. 1783-89, 4 Bde.; Vers, einerGesch. der Cultur des menschl. Geschlechtes, Lpz.1782; Neues gramm.-krit. Wörterbuch der engl.Sprache, vornehmlich nach S. Johnson, 2 Bde.,Lpz. 1783—96, Fortsetzung von Jöchers (s. d.);Gelehrten-Lexikon, Lpz. 1784, 2 Bde.; Gesch. dermenschl. Narrheit, Lpz. 1785—1789, 7 Bde.; Ge-schichte der Philosophie für Liebhaber, Lpz. 1786,3 Bde. Den größten Ruf jedoch erlangte A.durch seine der deutschen Sprache gewidmetenWerke, u. „er hat sich voraus durch sein Wörter-buch ein hohes Verdienst um unsere Sprache er-rungen" (I. Grimm). Sein Versuch eines vollst.grammatisch-kritischen Wörterbuches der hochdeut-schen Mundart erschien, durch den BuchhändlerBreitkopf veranlaßt, Leipz. 1774—1786, 5 Bde.,n. Ausl, unter dem Titel: Gramm.-krit. Wörter-buch rc., Leipz. 1793—1801,4 Bde.; Auszug ausdem gr.-krit. Wörterb., Lpz. 1793—1802, 4 Bde.,Von dem preußischen Minister v. Zedlitz auf-gefordert, schrieb er seine D. Sprachlehre zumGebrauche der Schulen in den k. preuß. Landen,Berl. 1781. Ihr folgte sein Umständl. Lehr-gebäude der deutschen Sprache, 2 Bde., Leipz.1782—83; Das Magazin für die deutsche Sprache,
2 Bde., Lpz. 1782—84; Über den deutschen Styl,
3 Bde., Lpz. 1785-86, 4 Ausl., 2 Bde., 1800;Anweisung zur deutschen Orthographie, 2 Bde.,Lpz. 1788, 5. Ausl. 1835. A-s Klarheit, seineNüchternheit im Urtheil u. sein musterhafter Fleißverschafften seinen sprachlichen Werken großenEinfluß, der uamentlich in der Syntax nochheute nachwirkt. Wesentlich beeinträchtigt wurdenseine Verdienste aber dadurch, daß ihm allesGefühl für das Poetische und Volksthümliche