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1 (1890)
Entstehung
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dringende Aufforderung, sich zu einem alle guten Richtungenfördernden Zentralpunkt zu machen, als der Schullehrer. Wermit ihm konkurriert, hat keine so günstige Stellung. Der Pfarrernicht, weil man von ihn: erwartet und fordert, daß er sich nurum religiöse Angelegenheiten kümmere; der Ortsschulze nicht,weil derselbe mit materiellen Dingen beschäftigt ist; der Arztnicht, kurz keiner. Den Schullehrer müssen, vermöge seinesAmtes, alle diese Richtungen interessieren, und er gehört dengeistigen Ständen an, von welchen man die Fortbildung nachallen Seiten verlangt. Er lebt nicht bloß in der materiellen,sondern auch in der geistigen Welt, ihm gehört die Litteraturan. Das geistige Leben soll durch ihn gefördert werden. Machedich darum zu einem Mittelpunkte der Intelligenz deiner Um-gebung! Sprich: Warum suchst du in deiner Gemeinde nichtzu fördern die Liebe zum Gesänge? warum versammelst du nichtin Abendstunden diejenigen um dich, die dafür Sinn haben, zugemeinsamer Lektüre und Besprechung über nützliche Dinge, Kennt-nisse aller Art, Fortschritte der Welt? warum legst du nichteine Dorfbibliothek an? Kurz: rühre dich, suche und strebe,gelingt dir das eine nicht, so gelingt das andere; mache dichzu etwas und du bist etwas uud du hast etwas! Das Habenund Bekommen des zum Leben Notwendigen ist eine notwendigeFolge der rechten Thätigkeit, der wahren Thätigkeit auf derErde, auf die wir alle gestellt sind, damit wir sie um- undfortbilden. Denken wir uns: in jedem der tausend und aber-tausend Dörfer Deutschlands wirke ein Alaun in der bezeichntenWeise, lebe ein Mann in dieser Weise, traun, wir würden inwenigen Jahrzehnten ein ander Volk haben. Nach meinem Be-dünken hat man die Wichtigkeit der Stellung von hunderttausendSchullehrern und ihrer möglichen Gesamtthätigkeit für die Volks-kultur noch wenig begriffen. Keiner der Stände geistigen Berufsist so zahlreich, keiner soweit verbreitet, keiner so verteilt wie er.Jedes Haus auf deutscher Erde wird von ihm erreicht, in jeden:Hause jedes Kind. Von dem Schullehrer lernt es die erstenElemente alles Wissens und Könnens, von ihm erhält es selbst-bewußt die Richtung des Lebens, kann sie erhalten. Kein Mensch